STN, 22.06.99
Dem Kernkraftwerk droht ein heißer Herbst
Bürgerinitiativen: Aktionen gegen atomares
Zwischenlager beim GKN geplant
Kirchheim, Kreis Ludwigsburg - Ein Zwischenlager für
abgebrannte Brennelemente auf dem GKN-Gelände soll
es
nicht geben. Der Bund der Bürgerinitiativen (BBMN)
hat
bereits einen heißen Herbst angekündigt.
VON GÜNTHER JUNGNICKL
Die Atomkraftgegner bereiten gegenwärtig juristische
Schritte
sowie eine Reihe von Aktionen gegen die unterirdische
Anlage
auf dem GKN-Areal für maximal 160 Castor-Behälter
vor.
¸¸Denn'', so BBMN-Sprecher Wolfram Scheffbuch,
¸¸sie
bedeutet eine Gefährdung der Gesundheit der Anwohner.''
Nach wie vor sei das Problem der Kontamination von unter
Wasser beladenen Atommüllcontainern nicht gelöst.
¸¸Wenn nur wenige der 160 Behälter an
der Außenhaut
radioaktiv verseucht sind, wäre das ein Risiko für
die
Allgemeinheit, weil die Partikel durch den Abluftschornstein
in
die Umgebung gelangen'', so Scheffbuch. Daneben weisen
die
Atomkraftgegner auch auf die geologischen Gefahren einer
unterirdischen Lagerung hin. Der Untergrund des
Kernkraftwerks sei zerrüttet und anfällig für
die Bildung von
Hohlräumen. Es könnten Risse in Rohrleitungen
oder in den
Lagerungsstollen auftreten und radioaktive Stoffe in die
Umgebung gelangen.
Widerstand kündigt der BBMN auch gegen die Pläne
der
Bundesregierung zum Ausstieg aus der Kernenergie erst
in 25
Jahren an. Eine Restlaufzeit bis ins Jahr 2024 für
GKN II ist
nach Auffassung Scheffbuchs ¸¸nicht tragbar''.
Der BBMN ist
ein Zusammenschluß von 15 Bürgerinitiativen,
dem unter
anderem die Stuttgarter Gruppe ¸¸Strom ohne
Atom'',
Besigheims ¸¸Mensch und Umwelt'' oder das
¸¸Demokratische
Zentrum'' in Ludwigsburg angehören.
©
1999 Stuttgarter Nachrichten, Germany