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Castoren werden in Tunnelröhren abgestelltGKN will für geplantes Atommüll-Zwischenlager am Standort einen Stollen in den Fels treiben - Kosten liegen bei 65 MillionenVon Joachim Kinzinger Ein Naßlager für hochradioaktive Brennelemente ist in Neckarwestheim kein Thema mehr. Die Kernkraftbetreiber wollen für das geplante Zwischenlager Stollen in den Fels treiben und 160 Castoren in Tunnelröhren abstellen. "Weil wir unter Zeitdruck stehen, haben wir uns für das Verfahren
entschieden, das am schnellsten geht." So begründet
Mit "zwei Ausweichmanövern" des Bundes in der Atomgesetznovelle begründet der Jurist das Atommüll-Depot im GKN-Steinbruchgelände. Die Regierung habe die Entsorgungsgrundsätze aufgehoben und verpflichte die Betreiber zur Standortlagerung: "Deshalb müssen wir unverzüglich bauen." Der Technische GKN-Geschäftsführer Werner Zaiss stellt die Details der Planungen vor. Auf 40 Vollastjahre beider Atomblöcke ist die Kapazität des Zwischenlagers ausgelegt. Das heißt: Alle Revisionen und Stillstände verlängern die Betriebsdauer. Der erste Atommeiler soll zumindest bis 2026 am Netz bleiben, GKN II bis 2036. Daraus ergeben sich 160 Stellplätze für die Castorbehälter, die den hochradioaktiven Abfall einschließen. Unterhalb der Parkplätze neben dem Verwaltungsgebäude werden Experten nach den Methoden des Kalottenvortriebs wie bei Bahntunnels zwei 130 Meter lange Röhren in Fels und Lößlehm bohren. Sie sind 18 Meter hoch, rund 13 Meter breit und liegen 15 Meter unter der Erde. Mit einem Kransystem werden beladene Castoren mit einer Außentemperatur von knapp 60 Grad ins unterirdische Lager abgestellt. Ein Naturzug durchströmt die Stollen. Die 30 bis 40 Grad warme Luft entweicht über den acht Meter breiten Abluftkamin. "Durch den Betrieb wird die Radioaktivität am Standort nicht erhöht", versichert Werner Zaiss. Rein rechnerisch ergebe sich jährlich ein Wert von 0,001 Milli-Sievert. In diesem Jahr werden die GKN-Manager die Baugenehmigung für die Castor-Lagerstätte beim Landratsamt Heilbronn beantragen. Für die sogenannte "Aufbewahrungsgenehmigung" ist das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter zuständig. Zaiss rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren. Die Genehmigungsphase mit Einsprüchen und möglichen Gerichtsverfahren könne sich aber hinziehen. Das Ziel: In vier bis fünf Jahren soll das Lager fertig sein. Bis dahin muß GKN die abgebrannten Brennelemente abtransportieren. Im Herbst wollen die Betreiber zehn Container mit GKN-I-Elementen nach Sellafield schicken. Die Wiederaufarbeitungsverträge mit den Briten laufen bis 2004. Sechs Castoren werden bis Ende Dezember mit GKN-II-Atommüll beladen, berichtet Wiedemann. Zwischen Jahresende und Frühjahr 2000 sollen sie ins Zwischenlager Ahaus gefahren werden. Falls Umweltminister Jürgen Trittin bis zum Betrieb des GKN-Zwischenlagers keine Atomtransporte genehmigt, kann GKN I nach Worten Wiedemanns nach der Revision im kommenden Frühjahr nicht mehr voll beladen werden: "Nach der Revision im Sommer 2001 könnten beide Blöcke nicht mehr angefahren werden, weil die Abklingbecken voll sind." Eine solche "Verstopfungsstrategie" habe der Bundeskanzler abgelehnt © Heilbronner Stimme 1998 |
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