Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Neue Atommülltransporte angekündigt
Zwischenlager werden vorbereitet
    Südwestpresse / Samstag, 22.Mai 1999 
     

    Kernkraftwerke / Neue Atommülltransporte angekündigt

    Zwischenlager werden vorbereitet


    Nach Obrigheim bereiten auch die anderen Atomkraftwerke
    Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente an ihren Standorten vor.

    Karlsruhe· Auf dem Gelände des Kernkraftwerks Obrigheim
    (Neckar-Odenwald-Kreis) ist das Zwischenlager für abgebrannte
    hochradioaktive Brennelemente fertig. Auch das Kernkraftwerk
    (KKW) Neckarwestheim im Kreis Heilbronn will ein eigenes
    Lager. Voraussichtlich im Herbst werde die Baugenehmigung
    beantragt, sagte Kraftwerkssprecher Uwe Mundt. Auch vom
    KKW Philippsburg (Kreis Karlsruhe) werden entsprechende
     Anträge erwartet. Auf einen Zeitpunkt wollte man sich jedoch nicht
    festlegen.

    ¸¸Bei allen Kernkraftwerken in Deutschland gibt es Überlegungen
    und Planungen für ein Zwischenlager an den Standorten'', sagte
    Günter Langetepe, technischer Leiter in Philippsburg. Die Betreiber
    hätten eine Überprüfung bei den Konsensgesprächen mit der
    Bundesregierung zugesagt. In Neckarwestheim werde sowohl ein
    Naßlager für etwa 100 Millionen Mark als auch ein Trockenlager
    für Castor-Behälter für etwa 20 Millionen DM erwogen, sagte
    Mundt. Über die genaue Größe konnte er noch keine Angaben
    machen. Obrigheim, das derzeit als bundesweit einziges über das
    künftig geforderte Brennelementelager am Standort verfügt, will
    hochradioaktiven Abfall von bis zu 30 Jahresladungen (980
    Brennelemente) unter Wasser lagern. Dagegen klagen die Stadt
    Heidelberg und Anwohner.

    Die Bundesregierung hatte mit den Stromkonzernen im Januar
    vereinbart, die Transporte zur Wiederaufarbeitung zu beenden,
    sobald Zwischenlager an den Kernkraftwerken gebaut sind.Die
    deutschen Energieversorger wollen aber noch 488
    Atommüll-Transporte zur Wiederaufarbeitung ins Ausland
    schicken. Zusätzlich seien in den nächsten Jahren 102 Transporte in
    die deutschen Zwischenlager Gorleben und Ahaus nötig.

    Die Betreiber im Land betonten die Notwendigkeit weiterer
    Transporte; die Lagerkapazitäten seien erschöpft. Von Philippsburg
    aus sind bis zum Herbst sieben Transporte mit je 17 abgebrannten
    Brennelementen geplant, aus Neckarwestheim 13 Transporte mit je
    sieben Elementen. ¸¸Wenn nicht, wäre dies die kalte Abschaltung'',
    betonte Mundt. Block I müßte ohne Transporte im Frühjahr 2000
    vom Netz, Block II könnte noch ein Jahr länger laufen. In
    Philippsburg I würde ab Mai 2000 die Abschaltung drohen, im
    Block II im August 2001.lsw
     
     

                  1999 Südwest Presse.
     


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