Pforzheimer Ztg., 20.5.99
Planung für Zwischenlager läuft
Kernkraftwerke Philippsburg und Neckarwestheim folgen dem Beispiel
Obrigheim
KARLSRUHE. Nach dem
schon fertiggestellten Zwischenlager
für abgebrannte
hochradioaktive Brennelemente im
Kernkraftwerk (KKW)
Obrigheim bereiten sich nun auch die
beiden anderen Atomkraftwerke
in Baden-Württemberg auf
Zwischenlager an ihren
Standorten vor.
Wie der Sprecher des
KKW Neckarwestheim, Uwe Mundt,
bestätigte, soll
dort etwa im Herbst die Genehmigung für den
Bau beantragt werden.
Auch vom KKW Philippsburg werden
entsprechende Anträge
erwartet. Auf einen Zeitpunkt wollte man
sich jedoch nicht
festlegen.
Für Neckarwestheim
bestätigte Mundt einen Zeitungsbericht,
wonach sowohl ein
Naßlager für etwa 100 Millionen Mark als
auch ein Trockenlager
für Castor-Behälter für etwa 20 Millionen
Mark erwogen wird.
Über die genaue Größe konnte er noch
keine Angaben machen.
Das KKW Obrigheim, das derzeit als
bundesweit einziges
über das künftig geforderte
Brennelementelager
am Standort verfügt, will hochradioaktiven
Abfall von bis zu
30 Jahresladungen (980 Brennelemente) unter
Wasser lagern. Dagegen
klagen die Stadt Heidelberg und
Anwohner.
Die Bundesregierung
hatte mit den Stromkonzernen im Januar
vereinbart, die Transporte
zur Wiederaufarbeitung zu beenden,
sobald Zwischenlager
an den Kernkraftwerken gebaut sind.
Die Betreiber im Südwesten
betonten nachdrücklich die
Notwendigkeit weiterer
Transporte spätestens bis Herbst; die
Lagerkapazitäten
seien praktisch erschöpft. Von Philippsburg
aus sind sieben Transporte
mit jeweils 17 abgebrannten
Brennelementen aus
Block I geplant, aus Neckarwestheim 13
Transporte mit je
sieben Elementen aus Block I. "Wenn nicht,
wäre dies die
kalte Abschaltung", betonte Mundt. Block I müßte
dann nach seinen Worten
im Frühjahr 2000 vom Netz, Block II
könnte noch ein
Jahr länger laufen. In Philippsburg I würde ab
Mai 2000 die Abschaltung
drohen, im Block II im August 2001.