Neckar-Enz-Bote, 28.04.99
Protest auf dem ,,Atombrückle" am Jahrestag von Tschernobyl.
Bild. LKZ-DrosseI
Atomkraftgegner erinnern an Katastrophe
Handzettel an Autofahrer verteilt - Gedenkfeier am Tor 1 von GKN
Kirchheim - (ad) Mit Handzetteln, Plakaten und Transparenten haben
Kernkraftgegner am Jahrestag der Atomreaktorkatastrophe von
Tschernobyl an das Ereignis erinnert. Vor dem Tor zum
Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar (GKN) fand eine Gedenkfeier statt.
,,Atombrückle - mit zehn Millionen Mark vom GKN gesponsert" stand
auf
kleinen Tafeln, die an der Neckarbrücke angebracht waren. Am Geländer
flatterten Spruchbäder, und an den Lichtmasten waren Plakate festgebunden:
"Wiederaufbereitung tötet - Atomkraftwerke töten". Das ,,Aktionshündnis
Castor-Widerstand Neckarwestheim" hatte zu dieser Aktion aufgerufen.
Mit
behördlicher Genehmigung durften sich die Atomkraftgegner
auf dem Gehweg
der Neckarbrücke versammeln und an Autofahrer und Passanten Flugblätter
verteilen. Am 13. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl wollten
die
Demonstranten auf die ihrer Ansicht nach immer noch ungelösten
Proleme
hinweisen. ,,In den letzten fünf Jahren haben allein die beiden
Neckarwestheimer Atombiöcke mit 574 abgebrannten Brennelementen
das
Problem der ungeklärten Endlagerfrage vergrößert. Weder
in Deutschland
noch sonstwo auf der Welt gibt es dafür eine Lösung, und
ein sicheres
Endlager kann es für hunderttausend Jahre nie geben", heißt
es in dem
Flugblatt. Da die Kernkraftgegner bei ihren Gedenkfeiern vor den Toren
des
Kraftwerkes unter sich blieben, wollten sie, wie sie sagten, das Thema
auf
der Neckarbrücke visualisieren. Die Aktion war auffallend und
publikumswirksam. Zahlreiche Autofahrer kommentierten den Protest positiv.