Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
GKN stellt Überlegungen für ein Zwischenlager an
 
    Ludwigsburger Kreiszeitung, 17.12.98

    GKN stellt Überlegungen für ein Zwischenlager an
    Mundt: Noch kein Antrag - Proteste der Gegner

    Neckarwestheim/Gemmrighelm (rh) Im Gemeinschaftskernkraft-werk Neckar (GKN) werden Über-legungen angestellt, künftig abge-brannte Brennelemente in einem eigenen Zwischenlager zu lagern. Unterdessen haben Gegner eine Unterschriftenliste im Wirtschaftsministerium übergeben.

    Die Überlegungen seien eine Konsequenz aus den Koalitionsver-einbarungen von SPD und Grünen in Bonn, die von den Atomkraft-werksbetreibern verlangen wollen, abgebrannte Brennelemente auf ei-genem Gelände zwischenzulagern. Dies teilte gestern Pressesprecher Uwe H. Mundt auf Anfrage mit. Transporte der Elemente in Castor--Behältern quer durch die Republik wie es bereits zweimal aus dem GKN unter den höchsten Sicher-heitsvorkehrungen geschah, sind derzeit bekanntlich ausgesetzt.
    ,,Wir haben noch keinen Antrag auf Genehmigung eines Zwischen-lagers gestellt, noch gibt es auch keine konkreten Planungen"  so Mundt gegenüber dem NEB. Eines könne er jedoch mit Sicherheit ausschließen, ,,daß ein Zwischenlager auf dem Gelände des Aussiedlerhofs gebaut werden wird".
    Erst vor kurzem hatte GKN-Ge-schäftsführer Dr. Hans Wiedemann, wie berichtet, erläutert, wenn die Transporte abgebrannter Brennele-mente verboten blieben, müsse GKN ein eigenes Zwischenlager bauen, wenn es nicht den Betrieb einstellen wolle. Die Markungsgemeinden haben sich mit derlei Überlegungen schon auseinander-gesetzt, aber noch keine Entschei-dung getroffen, ob sie einem Zwischenlager zustimmen würden.
    Für GKN sei es wichtig, einen Genehmigungsantrag für ein Zwi-schenlager zu stellen. Nur dann dürfe das Unternehmen noch so lange abgebrannte Brennelemente in  ein  anderes  Zwischenlager transportieren, bis das eigene Lager in Betrieb genommen werden kann. ,,Wir wissen allerdings momentan nicht genau, was die Regierung plant", sagte der Pressesprecher.
    Die abgebrannten Brennelemente würden wie bisher in Castorbehälter verladen, dann aber voraus-sichtlich in einer Halle auf GKN-Gelände und nicht wie seither im Freien untergebracht. ,,Den Schutz vor Strahlung bietet der Castor-Be-hälter, nicht die Halle" ,so Mundt.
    Vertreter des Bundes der Bürger-initiativen Mittlerer Neckar (BBMN) haben gestern im Wirt-schaftsministerium, das für Geneh-migungen von Zwischenlagem zu-ständig ist, eine Liste mit über 500 Unterschriften abgegeben, um da-mit ihren Protest gegen ein solches Zwischenlager auf GKN-Gelände zum Ausdruck zu bringen.
    ,,Die Ansammlung von atoma-rem Abfall in einer mit Atemluft gekühlten Leichtbauhalle wird die Lebensqualität in unserer Region erheblich beeinträchtigen", heißt es in einem Begleittext zur Liste. Die Gegner befürchten außerdem "steigende Leukämieraten" und "die Gefahr  von  sinkenden  Grundstückspreisen in der Region".
    Die Idee zur Unterschriften-sammlung gegen ein Zwischenlager stammt vom Besigheimer Bündnis Mensch und Umwelt. BMU -Vertre-terin Dr. Anneliese Dutschke weist in einer Mitteilung darauf hin, daß die Aktion von vielen unterstützt werde, die ansonsten der Anti-Atomkraft-Bewegung fernstehen". Dies weise auf eine hohe Sensibili-tät für dieses Thema hin.
    Der Sprecher der Dachorganisation der lokalen Bürgerinitiativen, Wolfram  Scheffbuch, befürchtet, ,,daß mit der Einrichtung eines solchen Lagers dem neuesten Kernkraftwerk der Bundesrepublik, GKN II, eine möglichst lange Restlaufzeitlaufzeit gesichert werden soll. Wir werden nicht hinnehmen, daß Nek-karwestheim zum Atommüllager wird." An Bundesumweltminister Trittin schrieb der BBMN, er arbei-te weiter gegen das Zwischenlager und für eine Abschaltung der Nec-karwestheimer Atomanlagen.
     
     

 

aufkleber

aktuell

termine

presseerklärungen

zurück zu
lokalpresse

infos zum
aktionsbündnis

obrigheim

castor ahaus ´98

links

download
 
 

Mail an Aktionsbündnis





















 

Startseite