Ludwigsburger Kreiszeitung, 18.11.98
Castor-Gegner fordern: Alle Bußgeldverfahren einstellen
Auch das Amtsgericht Heilbronn soll tätig werden
Neckarwestheim - Das Aktionsbündnis "Castor-Widerstand" hat jetzt
die Einstellung sämtlicher Bußgeldverfahren, die gegen Castor-Gegner
anhängig sind, gefordert. Das geht aus einer Pressemitteilung der
Vereinigung hervor.
Im Zusammenhang mit dem Castor-Transport im März dieses Jahres
waren über 80 Demonstranten für eine Nacht festgenommen worden
und sollen auch noch Bußgelder bezahlen. Bereits im Juli hatten sie
gegen beides Widerspruch eingelegt.
Nach Informationen des Aktionsbündnisses lädt das Amtsgericht
Heilbronn derzeit Atomkraftgegner vor, um die "Rechtmäßigkeit
der "Ingewahrsamnahme" zu prüfen. Das Aktionsbündnis fordert
das Gericht auf, alle anhängigen Verfahren gegen Castor-Demostranten
einzustellen.
Der jüngste Skandal um verstrahlte Atommüllbehälter
habe bestätigt, daß der Protest im März gerechtfertigt
gewesen war, heißt es in der Bündnis-Pressemitteilung.
Die Atomkraftgegner sehen sich in ihrer Auffassung bestätigt,
weil es ihrer Meinung nach in den vergangenen Monaten auch in der Justiz
ein Umdenken gibt. In seiner Pressemitteilung führt das Aktionsbündnis
mehrere Beispiele an, in denen in Memmingen, Hamburg und Böblingen
Verfahren gegen Castor-Gegner eingestellt wurden.
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