Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Stuttgarter Nachrichten, 9.6.98 
 

  "Polizisten haben Meldepflicht'' 

   Polizeichef zu Castor-Listen 

   Stuttgart (old) - Das Innenministerium hat den Vorwurf, daß 
   es bei der Überwachung von Polizisten im Zusammenhang mit 
   Castor-Transporten offenbar Schwachpunkte gab, 
   zurückgewiesen. 

   Nach Informationen unserer Zeitung mußte ein Beamter im 
   Frühjahr 1998 in Neckarwestheim im Nahbereich tätig 
   werden. Er wurde jedoch nicht - wie vorgeschrieben - 
   namentlich registriert. Landespolizeipräsident Hetger teilte am 
   Montag mit, daß es sich um den Sohn eines Funktionärs der 
   Polizeigewerkschaft im Beamtenbund handelt. Die 
   Auswertung seines Dosimeters habe einen Wert von 0,0 
   Millisievert ergeben. Den Einsatzaufzeichnungen zufolge sei er 
   nicht im Nahbereich eingesetzt gewesen. Allerdings sei nicht 
   auszuschließen, ¸¸daß sich einzelne Beamte für kurze Zeit in 
   der Nähe des Transports aufgehalten hätten''. In solchen 
   Fällen hätten die Polizisten selbst Meldung abzugeben, was 
   aber nicht erfolgt sei. 

   Ferner erklärte Hetger, daß ein Ende 1997 an Leukämie 
   verstorbener Polizist bei einem Castor-Einsatz im April 1995 
   ¸¸nach gesicherten Erkenntnissen'' angegeben hatte, sich in 
   einem Bereich ¸¸nicht unter 100 Meter zum Transportbehälter 
   aufgehalten zu haben''. Zwei Beamte hätten diese Aussage 
   bestätigt. Die Gewerkschaft dagegen vermutet, daß der 
   Polizist im Nahbereich war und fordert weitere Befragungen. 

 
            © 1998 Stuttgarter Nachrichten, Germany 

Startseite zurück Mail ans Aktionsbündnis