Stuttgarter Zeitung, 4.2.98
Castor-Behälter beladen / Klage gegen Zwischenlager
GUNDREMMINGEN/NECKARWESTHEIM (lsw). Wenige Wochen vor dem nächsten
Castor-Atommülltransport haben zwei Bürger beim Oberverwaltungsgericht
Münster Klage gegen die genehmigte Erweiterung des Brennelemente-Zwischenlagers
im westfälischen Ahaus eingereicht. Die Kläger aus Ahaus wollen
damit die Einlagerung der neuen Castor-Typen V/19 und V/52 verhindern.
Vier von sechs Castor-Behältern, die zwischen dem 20. und 23. März
aus Süddeutschland nach Ahaus gebracht werden sollen, sind bereits
beladen. Im November 1997 hatte das Bundesamt für Strahlenschutz eine
Erweiterung des Zwischenlagers in Ahaus von 1500 auf 3960 Tonnen radioaktiven
Materials genehmigt. Dadurch wurde der Weg frei für den im März
erwarteten Transport von neuen Lagerbehältern mit größerem
Fassungsvermögen aus den Atomkraftwerken Neckarwestheim (Kreis Heilbronn)
und Gundremmingen (Bayern). Bislang wurde in Ahaus nur Atommüll aus
Nord-rhein-Westfalen eingelagert. Mit einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren
ist nicht bis Ende März zu rechnen. In Gundremmingen wurde gestern
der erste von insgesamt drei Castor-Behältern mit 52 Brennelementen
beladen. Zwei weitere sollen am 9. und 16. Februar transportfertig gemacht
werden. In Neckarwestheim stehen bereits seit Jahresbeginn drei Behälter
mit abgebrannten Brennelementen zum Abtransport bereit. Ende März
sollen die Behälter nach Ahaus transportiert werden, teilte ein Kraftwerkssprecher
mit. Nach Angaben von Atomkraftgegnern handelt es sich dabei um den ,,größten
Atomzug aller Zeiten". Bislang wurden Behälter verwendet, die nur
16 Brennelemente faßten. Die neuen Castor-Behälter für
52 Brennelemente sind 5,40 Meter lang und haben einen Außendurchmesser
von 2,40 Metern. Beladen wiegen sie jeweils 136 Tonnen.
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