Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
WAA-Transportbehälter nach Neckarwestheim unterwegs!
    Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
    c/o Demokratisches Zentrum, Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
    Tel. / Fax 07141 - 90 33 63

    PRESSEERKLÄRUNG   5.8.1999

    WAA-Transportbehälter nach Neckarwestheim unterwegs!

    Am Mittwoch, den 11.8.99 soll ein Excellox Transportbehälter für 
    Transporte in die Wiederauf-arbeitsungsanlagen im Atomkraftwerk 
    Neckarwestheim angeliefert werden. 
    Nach dem Aktionsbündnis vorliegenden Informationen ist die 
    Anlieferung des Excellox 6-Behälters und seine geplante Beladung ein
    wesentlicher Bestandteil für noch ausstehende Gutachten des
    Bundesumweltministeriums zur Aufhebung des Merkelschen Transportstoppes
    für Atommülltransporte.

    Zur Erinnerung: Vom Neckarwestheimer Atomkraftwerk sollten eigentlich
    bereits 1998 drei Transporte mit jeweils 3 NTL 11-Behältern in die
    Wiederaufarbeitungsanlage nach Sellafield in England durchgeführt werden.
    Da jedoch bei erstmals durchgeführten Echttests an dem NTL 11- Behälter
    die Deckelstoßdämpfer abbrachen, wurde er im März 1998 vom Bundesamt für
    Strahlenschutz aus dem Verkehr gezogen. Im Mai 1998 wurde bekannt, daß die
    Atomkraftwerksbetreiber seit Jahren die radioaktiven
    Grenzwertüberschreitungen an den Behältern und den Waggons bei
    Atommülltransporten verschwiegen haben. Auch GKN- Geschäftsführer
    Wiedemann betritt zuerst die Tatsache, daß von Neckarwestheim
    kontaminierte Transporte in die WAA nach La Hague gingen. Als Folge dieses
    Strahlenskandales wurde von der damaligen Bundesumweltministerin Merkel
    der bis heute geltende Transportstopp für die hochradioaktiven
    Atommülltransporte verfügt. 

    Jetzt hat das Atomkraftwerk Neckarwestheim wieder eine bundesweite 
    Vorreiterrolle übernommen. Neben dem geplanten Zwischenlager für 160
    CASTOREN gehört das GKN zu den ersten 4 Atomkraftwerken, die bereits
    Transporte in die Wiederaufarbeitungsanlagen trotz dem bestehenden
    Transport- stopp beantragt haben. Gemäß den bestehenden Verträgen will das
    GKN alle abgebrannten hochradioaktiven Brennelemente des Block I bis zum
    Jahr 2004 mit jährlich 3 Transporten in die Wiederaufarbeitungsanlage nach
    Sellafield in England schicken. Seit 20 Jahren benutzen die
    Atomkraftwerksbetreiber die Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague (F) und
    Sellafield (GB) als Zwischenlager, um die Atomkraftwerke wegen der
    ungeklärten Endlagerfrage für den hochradioaktiven Atommüll überhaupt
    weiterbetreiben zu können. So lagern inzwischen in La Hague 3800 Tonnen
    und in Sellafield 650 Tonnen an hochradioaktivem Atommüll aus deutschen
    Atomkraftwerken.

    Jeder Tag, an dem die Atomkraftwerke weiterbetrieben werden, erhöht 
    die Menge des Atommülls und  der damit verbundenen ungeklärten 
    Endlagerfrage. Nur der sofortige Ausstieg löst dieses Problem. 

    Das Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim ruft deshalb dazu auf,
    die Anlieferung des Excellox 6-Behälters aktiv zu begleiten. Am Dienstag,
    den 10.8.99 ab 17 Uhr auf der Neckarbrücke in Kirchheim und am Mittwoch,
    den 11.8.99 ist die Begutachtung und Begrüßung des Excellox 6-Behälters ab
    den frühen Morgenstunden angesagt.
     


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