Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
c/o DemoZ,
Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
PRESSEINFORMATON
22.07.2006
Stromangebot
der Stadtwerke Ludwigsburg:
Chance
auf Innovation verspielt
Jetzt Schweizer Atomstrom für Ludwigsburg?
In einer
großangelegten PR-Kampagne verkünden die Ludwigsburger
Stadtwerke den Einstieg ins Stromgeschäft. So sehr der Wechsel
weg vom EnBW-Atomstrom zu begrüßen ist, so wenig ist
der Wechsel zum Angebot der Ludwigsburger Stadtwerke zu empfehlen.
Der von der SWLB angebotene Strom wird größtenteils von
Schweizer AKWs und konventionellen Großkraftwerken kommen
und ist somit in seiner Produktion riskant, klimaschädlich
und wenig effizient.
Wirklich empfehlenswert für alle StromabnehmerInnen ist der
Wechsel zu einem Stromanbieter, der regenerativen Strom und/oder
Strom aus neuen Kraft-Wärme-gekoppelten Anlagen anbietet.
Mit ihrer "Energie
aus einer Hand" reichen die SWLB den Ludwigsburger BürgerInnen
in Sachen Strom nur eine schmutzige Hand. Das konventionelle Angebot
beinhaltet Strom, der risikoreich, klimafeindlich und mit geringer
Effizienz in Schweizer Großkraftwerken hergestellt wird. Der
Stromlieferant EGT-Stromhandel befindet sich im Besitz des Schweizer
Energie-Konzerns ATEL Aare Tessin AG und liefert Strom dieses Konzerns.
ATEL ist Miteigentümer der Schweizer Atomkraftwerke AKW Gösgen
(40% direkter Anteil) und AKW Leibstadt (27% direkter Anteil). Der
von ATEL über EGT nach Ludwigsburg verkaufte Strom hat einen
Anteil von Kohle/Öl 50,9 %, Atomkraft 29,5 % und Wasserkraft
19,9 %.
In der sehr verschachtelten und undurchsichtigen Struktur des Unternehmens
ATEL taucht auch die EnBW auf. In der geplanten Zusammenführung
in eine neue AG/Gesellschaft wird bei ATEL auch der französische
Atomstrom-Produzent und EnBW-Miteigentümer EDF einen 25%-tigen
Anteil halten.
Auch der Kauf
des von der SWLB angebotenen "St.-Moritz-Wasser-Stroms"
der Rätia Energie Gruppe ist nicht zu empfehlen. Mit diesem
Angebot wird, wie bei Atomkonzernen üblich, das bestehende
Kontingent an Strom aus Wasserkraftwerken vergoldet. So ist die
Rätia Energie Gruppe zu 26,4 % im Eigentum der oben genannten
ATEL. Sie hält zudem unter anderem 7% Beteiligung an anderen
AKWs. Der sogenannte Öko-Strom kommt hier nicht aus neuen regenerativen
oder neuen Kraft-Wärme gekoppelten Anlagen. Durch die Abhängigkeiten
dieses Anbieters mit Atomstrom-Konzernen stärkt man beim Annehmen
dieses Angebots auch die Monopol-Struktur der wenigen Energie-Konzerne,
die den dringend notwendigen Ausbau von dezentralen, regenerativen
und effizienten Kraft-Wärme-gekoppelten Anlagen verhindert
bzw. massiv erschwert.
Angesichts dieser
Tatsachen ist auch das vom OB Spec und der SWLB formulierte Ziel
einer umweltfreundlichen Stromproduktion vor Ort (LKZ vom 18.07.)
Augenwischerei und Täuschung der Bürgerinnen und Bürger.
Es ist höchst ärgerlich, dass sich die SWLB nicht für
einen innovativen und zukunftsfähigen Stromanbieter entschieden
haben.
Regenerativen
Strom und Strom aus neuen umweltfreundlichen Kraft-Wärme-gekoppelten
Anlagen gibt es bereits seit Jahren zu günstigen Konditionen
zu kaufen. Zudem bauen diese Stromproduzenten mit mehrgezahlten
sogenannten "Solarcents" wieder neue dezentrale Anlagen
mit sehr hohem Wirkungsgrad.
Das Aktionsbündnis
kann nur allen VerbraucherInnen empfehlen, jetzt zu einem zukunftsfähigen
Stromanbieter, wie zum Beispiel Naturstrom Düsseldorf oder
EWS-Schönau, zu wechseln. Infos zu Anbietern, Preisen und dem
Anbieterwechsel finden sich auch auf der Internetseite des Aktionsbündnis
unter http://neckarwestheim.antiatom.de .
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