Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
c/o DemoZ,
Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
PRESSEINFORMATON
31.03.2006
Veranstaltungsreihe
im April/Mai 2006 Stuttgart - Neckarwestheim
20
Jahre Tschernobyl - Atomausstieg jetzt !
Anlässlich
des 20. Jahrestages des SuperGAU in Tschernobyl am 26. April findet
in der Region um das AKW Neckarwestheim eine Veranstaltungsreihe
statt. Im Zentrum der Veranstaltungen stehen eine Demonstration
zum AKW Neckarwestheim am Sonntag, den 23.4., ein Hearing mit internationalen
Gästen aus Finnland und Russland am Montag, 24.04. im Theaterhaus
Stuttgart sowie eine Mahnaktion vor dem AKW Neckarwestheim am Jahrestag.
Entgegen
jeder Vernunft forcieren Politik und Energiekonzerne den Ausbau
von Atomkraft, international durch den Neubau von AKWs, national
durch die Forderung von noch längeren Laufzeiten. Dieser Politik
tritt die Veranstaltungsreihe entgegen. Die Forderung lautet, jetzt
endlich umzusteigen auf eine menschenfreundliche, umweltverträgliche
und zukunftsfähige Art der Energienerzeugung!
Am 26. April
2006 jährt sich die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl zum
20sten Mal. Tschernobyl steht für die Erkenntnis, dass die
Atomenergie nicht beherrschbar ist. Die Nutzung der Atomenergie
ist mit erheblichen, nicht verantwortbaren Risiken verbunden.
Während die Folgen dieses GAUs immer mehr in Vergessenheit
geraten und von Pro-Atom-Lobbys wie der IAEO bewusst manipulierend
kleingeredet werden, wird national und international der Ausbau
der Atomkraft forciert. Auf internationaler Ebene geht es jetzt
der Atomindustrie darum, AKW-Neubau-Projekte durchzusetzen. Ein
Prototyp vom Typ EPR ist im finnischen Olkiluoto bereits im Bau,
in Frankreich ist das Genehmigungsverfahren für den AKW-Neubau
in Flamanville bereits fast abgeschlossen. Auch diese neue AKWs
bergen ein nicht vertretbares Gefährdungspotential für
die Zukunft.
Auch national
wird der überfällige Umstieg auf eine zukunftsfähige
Energieversorgung blockiert. Unter dem Deckmantel der sogenannten
"Versorgungssicherheit" und des Klimaschutz wird aktuell
die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke verhandelt - dies,
wo doch schon der rot-grüne "Atomausstieg" in Wahrheit
kein Atomausstieg ist.
Offensichtlich wird innerhalb dieser Legislaturperiode kein AKW
in Deutschland abgeschaltet werden. In einer Zusatzvereinbarung
zum "Atomkonsens" am 14 Juni 2000 wurde dem Betreiber
der zwei AKWs in Biblis zugestanden, auf den Einbau einer störfallsicheren
Notstandswarte zu verzichten, da das Ende der Bauzeit zeitgleich
mit dem Ende der "Restlaufzeit" der beiden AKWs sei. RWE
hat jetzt trotz dieser Vereinbarung den Antrag auf Laufzeitverlängerung
angekündigt.
EnBW hat immer
betont, sich an die im "Atomkonsens" getroffenen Vereinbarungen
zu halten. Demnach müsste GKN I im Dezember 2008 abgeschaltet
werden. Offensichtlich plant EnBW jedoch den Weiterbetrieb. Für
GKN I steht bis zum 31.12.2007 die sogenannte periodische Sicherheitsüberprüfung
nach § 19 AtG an, die alle 10 Jahre fällig ist. EnBW kann
nach einer Zusatzvereinbarung im "Atomkonsens" diese Frist
bis zu drei Jahre überschreiten, wenn das AKW vereinbarungsgemäß
abgeschaltet wird. So könnte sich EnBW die Millionen Euro für
diese Sicherheitsüberprüfung und die umfangreichen Investitionen
in deren Folge sparen. Offensichtlich geht die EnBW jedoch davon
aus, für GKN 1 eine Laufzeitverlängerung durchzusetzen.
In der Antwort auf eine Landtagsanfrage bestätigte die Umweltministerin
Gönner am 13.3., dass EnBW der ihrer Behörde signalisiert
hat, bis zum 31.12. diese Sicherheitsüberprüfung vorzulegen.
Beim anstehenden Energiegipfel in Berlin werden am 3. April weitere
Weichen gestellt. Schon jetzt dürfte klar sein, dass im Ergebnis
die Interessen der vier großen Energiekonzerne gefördert
werden. Dies durch milliardenschwere Zusagen beim Bau neuer Kohlekraftwerke
oder Entlastungen beim CO2-Emissionshandel.
Diese Kraftwerke haben eine besonders schlechte CO2 Bilanz. Aber
auch Atomkraftwerke arbeiten, ungeachtet ihrer Risiken, bei weitem
nicht klimaneutral, wenn in der Bilanz die gesamte Brennstoffkette
berücksichtigt wird. Grundsätzliches Merkmal dieser zentralen
Großanlagen ist ihre Ineffizienz - d.h. ein Wirkungsgrad von
ca. 30%.
Gerade jetzt, am 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl,
gilt es, endlich die Weichen zu stellen, für eine zukunftsfähige
Art der Energieerzeugung. Das heißt weg von Großkraftwerken
- hin zu einer hocheffizienten, dezentralen und regenerativen Energieproduktion.
Neben der Förderung dieser Formen der Energieherzeugung müssen
gleichzeitig endlich die unglaublichen Energiesparpotentiale erschlossen
und umgesetzt werden. Durch Energiesparen könnte ein Viertel
des gesamten gegenwärtigen Strombedarfs gespart werden.
20 Jahre nach Tschernobyl - höchste Zeit für die Energiewende!
Eine detaillierte
Auflistung der Veranstaltungen finden sie in der Anlage.
Informationen zu den Veranstaltungen und zum SuperGAU in Tschernobyl
finden sich auch auf der Internetseite zur Veranstaltungsreihe.
http://neckarwestheim.antiatom.de/ts20/
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