Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
PRESSEINFORMATON
06.02.2005
Dezentrale Aktion anlässlich der Wintertagung des "Deutschen
Atomforums"
Sofortiger Stopp aller Atomanlagen!
Nach monatelangem Vorgeplänkel fordert die Wirtschaft jetzt
massiv und unverblümt einen "Ausstieg aus dem Atomausstieg".
Vergangene Woche sprachen sich sowohl die führenden Industrieverbände
als auch die Energielobby für eine Verlängerung der Laufzeiten
der 18 deutschen Atomkraftwerke aus. Bei der Wintertagung des "Deutschen
Atomforums" vergangene Woche in Berlin trafen sich Vertreter
der Atomindustrie und von den schmutzigen Geschäften profitierenden
Unternehmen mit den energiepolitischen Sprechern aller im Bundestag
vertretenen Parteien um die Rahmenbedingungen für die "zivile
Nutzung" der Atomkraft zu verbessern.
Wir nehmen diese Vorgänge zum erneuten Anlass, unsere Forderung
nach dem sofortigen Atomausstieg zu bekräftigen - es gibt keine
vertretbare Alternative!
Das erklärte
Ziel des Dt. Atomforum e.V. ist es, die Rahmenbedingungen für
die "zivile Nutzung" der Atomkraft zu verbessern. Es will
den politischen Diskurs dahingehend beeinflussen, dass eine Technologie,
die beinahe überall wo sie auftritt, auf Widerstand stößt,
wieder salonfähig wird. Atomexporte (Akw-Neubauten in Finnland,
Frankreich, Brasilien, China; angereichertes Uran durch Erweiterung
der UAA Gronau) sollen problemlos durchgeführt werden können.
Die als "Konsens über den Ausstieg aus der Kernenergie"
überschriebene Weiterbetriebsgarantie für deutsche AKWs
wird jetzt schon massiv in Frage gestellt. Einmal mehr wird die
Atomkraft als eine Alternative zum Öl präsentiert, eine
vermeintlich klimafreundliche Art der Energiegewinnung.
In Wahrheit
ist die menschenverachtende Atomtechnologie ein schmutziges Geschäft.
Ob beim Uranabbau oder dessen Anreicherung, beim Betrieb von Atomkraftwerken
oder beim (Zwischen-)Lagern des hochradioaktiven Mülls. Genauso
wie beim Test oder Einsatz von Atombomben, so starben und sterben
auch durch die so genannte "zivile" Nutzung der Atomkraft
tausende Menschen. Betreiber wie die EnBW sind zudem erwiesenermaßen
alles andere als vertrauenswürdig.
Atomkraft mag
kurzfristig wirtschaftlich und machtpolitisch verlockend sein für
Konzerne und Regierungen. Auf Dauer wird das Potential an unkalkulierbaren
Gefahren und Nachteilen weiter stetig vergrößert. Es
gibt nur einen Weg, eine Schadensbegrenzung zu versuchen: Die weltweite
sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!
Mit einer Aktion
an der Zwischenlagerbaustelle beim Atomkraftwerk Neckarwestheim
werden wir den Augenmerk auf ein Risiko von vielen beim Betrieb
von AKWs richten: Die fehlenden Möglichkeit zur Lagerung des
radioaktiven gefährlichen Schrotts. Der Strahlenmüll,
der hier auf riskante Weise gelagert werden soll, ist bis heute
noch nicht produziert.
Mit einer
symbolischen Aktion werden wir zeigen, das wir nach wie vor nicht
tatenlos dem verantwortungslosen Treiben der Atomkraftwerksbetreiber
und ihrer Lobby zuschauen können.
Wir laden sie herzlich ein, über unsere Aktion zu berichten.
Montag, 07.
Februar, 08.30 Uhr
Atomkraftwerk Neckarwestheim, Zwischenlager-Baustelle
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