Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
PRESSEINFORMATON
30.11.2004
Bürgerinnen und Bürger würdigen Mappus Engagement für die Atomindustrie
Verleihung des "Pinocchio 2004" an Umweltminister
Mappus
Trotz vielfältiger Bemühungen seitens EnBW und Umweltministerium
kommt die Betreiberin der Atomkraftwerke Philippsburg und Neckarwestheim
seit dem Sommer nicht aus den Schlagzeilen. Dies, obwohl Umweltminister
Mappus nicht müde wird, Sicherheitsdefizite im AKW Neckarwestheim
grundsätzlich zu bestreiten.
Mit dem aktuellen Skandal um die Falschaussagen des UVM zur Entlassung
des Leiters von GKN II, Hr. Grauf, wird offenkundig, wie die Politik
einseitig die Interessen der Energiekonzerne auf dem Rücken
und gegen die Interessen der Bevölkerung durchzusetzen versucht.
Seit der Entlassung
des Leiters von GKN II, Hr. Grauf, im Juli 2004 bemüht sich
die EnBW zu betonen, dass hierbei keinesfalls Fragen der Anlagensicherheit
eine Rolle spielten. Maßgeblich sei Graufs "querulatorisches
Verhalten" gewesen. Schon Anfang August konnte das Umweltministerium
mitteilen, dass die Entlassung nichts mit Sicherheitsfragen zu tun
hatte.
Nach den Anhörungen
von EnBW - Verantwortlichen zur Entlassung Graufs im Umweltministerium
und der Begutachtung des Zwischenfalls vom 27. Juli in GKN, bei
dem erneut unkontrolliert Radioaktivität in den Neckar abgegeben
wurde und in dessen Folge auch der langjährige technische Leiter
von GKN, Hr. Zeiss, gekündigt wurde, bestätigte der Umweltminister
Mappus der EnBW ein "Höchstmass an Sicherheit und Transparenz"
beim AKW-Betrieb.
Die von der
EnBW ergriffenen Maßnahmen wurden von Mappus als "richtungsweisend"
bezeichnet. "Die EnBW setzt mit diesen Maßnahmen neue
Sicherheitsmaßstäbe in Deutschland" (PM 22.10.).
Die Konsequenz ist für Mappus klar: Er fordert in Folge der
Ereignisse ganz im Interesse des Atomkonzerns EnBW eine Laufzeitverlängerung
der Atomkraftwerke in Neckarwestheim und Philippsburg.
Mit den jetzt
bekannt gewordenen Ergebnissen der Anhörungen steht fest, dass
Hr. Grauf in Neckarwestheim ausschließlich aufgrund seiner
Bedenken bezüglich der Sicherheit des Anlagenbetriebs in Neckarwestheim
und Philippsburg gekündigt wurde. Der Befürworter der
Risiko-Technologie "Atomkraft" war bei seinen KollegInnen
bekannterweise sehr beliebt. Unbeliebt war er jedoch schon seit
Jahren bei der EnBW - Konzernleitung sowie beim Umweltministerium
aufgrund seiner Bewertung der Sicherheitsdefizite bei den EnBW -
AKWs.
Selten war
so offenkundig, wie die Politik die Atomkonzerne bei der Durchsetzung
ihrer kapitalistischen Interessen gegen die Interessen der Bevölkerung
unterstützt.
Für diese Art der "Transparenz" danken wir dem Umweltminister
Mappus, indem wir ihm den "Pinocchio 2004" verleihen.
Wir laden sie ein, bei der Übergabe anwesend zu sein und zu
berichten.
Mittwoch, 01.
Dezember 2004, 13.30 Uhr
Eingang Ministerium für Umwelt und Verkehr, Kernerplatz 9,
Stuttgart
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