Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
PRESSEINFORMATION
29.09.2004
GKN:
Störfälle und gefährliche "Sicherheitskultur"
Einladung
zur Atom-Inspektion im Atomkraftwerk Neckarwestheim
Zuerst vertuschen,
dann leugnen, wenn es nicht mehr anders geht, das Ganze als Einzelfall
zugeben und gleichzeitig zum wiederholten mal Besserung geloben.
Dies ist der seit Jahren übliche Umgang mit radioaktiven Skandalen
der Energie Baden-Württemberg (EnBW) beim Betrieb ihrer Atomkraftwerke
in Neckarwestheim und Philippsburg. ENBW-Chef Utz Claassen hat "in
Neckarwestheim nichts zu verbergen", dies werden AtomkraftgegnerInnen
am Freitag, den 1.10.04 vor Ort überprüfen.
AtomkraftgegnerInnen
vom Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim nehmen
das Inspektions-Angebot von Utz Claassen an. Er will die beiden
Atomreaktoren von der Internationalen Atomenergiebehörde in
Wien prüfen lassen. Die IAEO wird im internationalen Auftrag
vorwiegend zur Inspektion in "Schurkenstaaten" eingesetzt.
Wir hoffen, dass ENBW-Chef Claassen die Skandale im AKW Neckarwestheim
noch nicht in dieser Dimension sieht und bieten unsererseits die
dringend notwendige Überprüfung in Form einer Anti-Atom-Inspektion
an.
Angesichts von
bisher 18 Meldepflichtigen Ereignissen im GKN in den Jahren 2003
und 2004, von denen einige über mehrere Wochen vertuscht bzw.
falsch gemeldet wurden, halten wir dies für dringend notwendig.
Eine Anlage, die tagtäglich hochradioaktive Abfälle erzeugt
und diese in Gasform über den 150 Meter hohen Abluftkamin und
als Abwasser in den Neckar ableitet, zudem noch Brennstäbe
und andere radioaktiv kontaminierte Teile für tausende von
Jahren hinterlässt, deren sichere Entsorgung nach wie vor ungeklärt
ist, muss sich der Frage einer weiteren Betriebserlaubnis stellen.
Durch die Entlassung des Werkleiters und des technischen Direktors
nimmt die Gefährdung für Mensch und Umwelt nicht ab.
Ein verantwortungsvolles
Handeln im Bereich der Energieerzeugung kann nach der Stilllegung
des Atomreaktors in Obrigheim auch nicht in der Wiederinbetriebnahme
von ebenfalls bereits stillgelegten fossilen CO² - umweltverschmutzenden
Kraftwerken in Walheim und Marbach bestehen, wie es die ENBW im
nächsten Jahr vor hat. Der Energiekonzern mit dem bundesweit
höchsten Anteil an Atomstrom hat die Zeichen der Zeit noch
nicht erkannt, indem er statt auf regenerative Energien weiterhin
auf fossile Uralt-Kraftwerke setzt, gleichzeitig die radioaktive
Gefährdung durch den "Normal-Betrieb" der Atomkraftwerke
leugnet und die ungeklärte Endlagerfrage des hochradioaktiven
Atommülls den nachfolgenden Generationen überlässt.
Wir nehmen das
Inspektions-Angebot von ENBW-Chef Claassen an und laden sie recht
herzlich dazu ein, die Übergabe unseres Vorschlages zur Inspektion
an die GKN-Verantwortlichen am
Freitag, den
1.10.04 um 15.45 Uhr am Tor 1
mit zu verfolgen.
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