Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
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PRESSE-INFORMATION
26.04.2004
Presseerklärung
zum Tschernobyl-Jahrestag am 26.4.04
Auch
18 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl produzieren
in der Bundesre-publik 18 Atomkraftwerke täglich hochradioaktiven
Abfall. Die sogenannte "Endlagerfrage" ist nach wie vor
ungelöst. Von der rot/grünen Bundesregierung wurden inzwischen
14 Stand-ortzwischenlager genehmigt, die für 40-60 Jahre den
noch hunderttausende von Jahren strahlenden Atommüll aufnehmen
sollen und somit den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke und eine Verdoppelung
des strahlenden Abfalls erst ermöglichen.
Am 26.4.1986
starben bei der Reaktorschmelze in Tschernobyl sofort 31 Arbeiter,
in den Jahren 1986 bis 1989 weitere 65 Belegschaftsmitglieder den
Strahlentod. In den vergangenen 18 Jahren sind insgesamt Zehntausende
von Menschen in der Ukraine, in Weißrußland und Rußland
an den Folgen der tödlichen Strahlenkatastrophe gestorben.
Hunderttausende mußten umgesiedelt werden und bis zum heutigen
Tag sind noch Tausende von Quadratkilometern wegen der radioaktiven
Ver-seuchung unbewohnbar. Vielen an Leukämie und Krebs Erkrankten
kann auch heute noch nicht die notwendige medizinische Hilfe erteilt
werden.
Zum 18. Jahrestages
der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl fordern die anti-akw-Standortinitiativen
in der Bundesrepublik:
Das
atomare Abenteuer sofort beenden!
Der Betrieb
von Atomkraftwerken stellt bereits im Normalbetrieb eine tödliche
Gefahr dar. Jedes Atomkraftwerk gibt tagtäglich radioaktive
Gase in die Umgebung ab, jedes Atomkraftwerk produziert tagtäglich
weiteren hochgefährlichen Atommüll. Der rot/grüne
"Atomausstieg" ist in Wirklichkeit ein Etikettenschwindel.
Bis zum Jahr 2007 - also vor der nächsten Bundestagswahl -
soll in der Bundes-republik kein einziges Atomkraftwerk mehr abgeschaltet
werden. Lediglich Obrigheim, das gemäß dem Atomkonsens
eigentlich bereits im Dezember 2002 vom Netz hätte sollen,
wird im Jahr 2005 (vielleicht) abgeschaltet.
Statt Atomausstieg - Bau von neuen Atomkraftwerken ?
Mit Hilfe von
Siemens und Framatome wird in Finnland der Neubau eines EPR-Atomreaktors
(Euro-päischer Druckwasserreaktor) durchgeführt. Electricite
de France (EDF) bezieht seine deutsche Tochter Energie Baden-Württemberg
(ENBW) in die Neubauplanung eines EPR in Frankreich mit ein, alle
vier deutschen Energiekonzerne sollen sich an den 3 Milliarden Euro
Neubaukosten beteili-gen. Das Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand
stellt die Frage: Soll nach dem Auslaufen der derzei-tigen Atomkraftwerke
auch hier ein EPR-Neubau erfolgen?
Die Mahnung
zum 18. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kann nur
lauten - der Betrieb von Atomkraftwerken ist unverantwortlich, die
Atomindustrie ist eine tödliche Gefahr, deshalb fordern wir:
·
Bestehende Atomanlagen sofort stilllegen!
· Kein Neubau von Atomanlagen - weltweit!
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