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Südwestdeutsche
Anti-Atom-Initiativen
c\o Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
DemoZ, Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
Infotelefon: 07141 / 90 33 63 Fax: 071 41 / 92 39 91
PRESSE-INFORMATION
30.10.2003
Hausdurchsuchungen
und ED-Behandlungen bei AtomkraftgegnerInnen
Kriminalisierungswelle
im Vorfeld des CASTOR-Transports nach Gorleben
Am heutigen
Donnerstag, den 30.10.03, fanden 7 Hausdurchsuchungen bei AtomkraftgegnerInnen
in Heidelberg, Wiesloch und Karlsruhe statt. Hierbei waren ca. 40
Polizeibeamte im Einsatz. Bereits am Tag des letzten Castor-Transports
aus dem AKW Philippsburg nach La Hague, am 22. Oktober, wurde bei
einer Person der örtlichen BI eine Hausdurchsuchung durchgeführt
und der Betroffene vorübergehend festgenommen. Nach Angaben der
Staatsanwaltschaft wird zudem überlegt, ein Verfahren wegen der
Mitgliedschaft in einer krimminellen Vereinigung (§129 StGB) zu
eröffnen.
Die "Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen" protestieren mit Nachdruck
gegen diese Repressionsmaßnahmen.
Im Anschluss
an die heutigen Hausdurchsuchungen wurden mehrere Personen zur erkennungsdienstlichen
Behandlung mitgenommen. Zahlreiche Gegenstände wurden beschlagnahmt.
So wurde zum Beispiel ein Karton mit privaten Lichtbildern, 7 Boxen
mit Dias, ein Video einer iranischen Hochzeit, zwei Ordner mit Aufzeichnungen
sowie Computer, auch von Mitbewohnern der betroffenen Menschen mitgenommen.
Als Grund für
diese Maßnahmen gibt die Polizei den angeblichen Anschlag
auf eine ICE-Trasse am 22.10.03 an. Durch Metallteile, die auf den
Schienen lagen, wurde ein ICE leicht beschädigt.
Die Anti-Atom-Initiativen
des Südwestens protestieren gegen die Repressionsmaßnahmen.
Die Kriminalisierung von Menschen, die sich gegen Atomanlagen engagieren,
ist untragbar. Grundsätzliche Leitlinie bei Aktionen von Atomkraftgegnerinnen
ist, dass keine Menschen zu Schaden kommen dürfen!
Die konzertierte
Aktion der Polizei heute ist ein erneuter gezielter Schlag gegen
Menschen aus der Anti-Atom-Bewegung. Die Strategie ist offensichtlich.
Durch Maßnahmen wie diese wird gezielt versucht, AtomkraftgegnerInnen
zu kriminalisieren. Betroffen von der heutigen behördlichen
Aktion waren ausschließlich Menschen, deren Personalien bei
früheren Mahnwachen am AKW Philippsburg aufgenommen wurden.
Solche Personenkontrollen führen dann zu Einträgen in
Spezial-Dateien ("Castor-Datei") der Polizei und liefern
Menschen solchen willkürlichen und rechtswidrigen Polizei-Maßnahmen
aus.
Zugleich werden
Polizei-Maßnahmen wie die heutige dann dazu verwendet, in
der Öffentlichkeit ein kriminelles Gefährdungspotential
in Bezug auf AtomkraftgegnerInnen zu konstruieren.
Wir wehren
uns entschieden gegen dieses staatliche Vorgehen.
Kriminell ist der Betrieb von Atomanlagen - nicht der berechtigte
Protest dagegen!
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