Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 

Atommüll-Transporte im Schatten des Krieges


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PRESSEERKLÄRUNG
08.04.2003

Atommüll-Transporte im Schatten des Krieges

Aktueller Castor-Transport aus Neckarwestheim zeigt erneut das wahre Gesicht des sogenannten "Atomausstiegs"

Am heutigen Dienstag ist im Atomkraftwerk Neckarwestheim der zweite Atommüll-Transport dieses Jahres in die britische Skandalfabrik Sellafield gestartet. Der jetzt in Walheim in drei Excellox-Behältern unter freiem Himmel "geparkte" hochstrahlende Atommüll soll am frühen Mittwoch Nachmittag per Zug Richtung französische Grenze starten. Auch aus den AKWs Krümmel und möglicherweise Brokdorf werden ab heute Nacht Transporte erwartet. Der geplante Grenzübergang ist bisher aufgrund zunehmender Geheimhaltung nicht bekannt.
Am AKW Neckarwestheim ruft das Aktionsbündnis erneut dazu auf, gegen diese unverantwortliche Atommüll - "Entsorgung" im Ausland zu protestieren. Treffpunkt ist am Mittwoch ab 12 Uhr der Walheimer Bahnhof.

Die an sich schon sehr risikoreichen Atom-Transporte werden offensichtlich unbeachtet des Krieges durchgezogen. Zu den Risiken während des Transports und den fatalen und nicht verantwortbaren Folgen der sogenannten Wiederaufarbeitung am Zielort Sellafield kommen nun noch die zusätzlichen Gefahren aufgrund des Krieges. Wir möchten uns nicht die Folgen eines Anschlags auf das britische Schiff mit dem Atommüll ausmalen.

Auch diese zusätzliche Inkaufnahme von Risiken ist eine Folge des sogenannten "Atomausstiegs im Konsens". Während AtomkraftgegnerInnen mit dem "Atom-Konsens" befriedet werden sollen, wird auch mit diesem erneuten unnötigen Transport das wahre Gesicht dieses "Ausstiegs" sichtbar: Den AKW-Betreibern wurde der ungestörte Betrieb ihrer Anlagen zugesichert. Gerade in Neckarwestheim bedeutet dies aufgrund der nach wie vor übervollen Abklingbecken (eine Folge des "Castor-Skandals" ab 1998 sowie der Anti-Atom-Aktionen in den vergangenen Jahren) auch die Durchführung dieser nicht verantwortbaren Atomtransporte. Bis zur nächsten Revision ab dem 30. Mai muss das AKW Atommüll abtransportieren, um bei der Revision Brennelemente austauschen zu können - Voraussetzung für den weiteren "Vollast-Betrieb". Aus diesem Grund dürfte auch für Mitte Mai bereits der nächste Transport in Vorbereitung sein.

Im Vergleich zur Atommüll-Lagerung vor Ort sind Transporte in die "Wiederaufarbeitung" eine besonders schlimme Variante des gesetzlich vorgeschriebenen Entsorgungsnachweises. In der Wiederaufarbeitungsanlage findet in Wahrheit keine Entsorgung und kein Recyclingprozeß statt, sondern bei der Abtrennung von Plutonium entsteht nur noch mehr radioaktiver Müll, der dann letztendlich zum Verursacher, also nach Deutschland zurückkehren wird. Vorerst wird dieses vervielfältigte Volumen an strahlendem Atommüll Mensch und Umwelt an der irischen See schädigen - sind doch die fatalen Folgen dieser Anlage in Sellafield hinreichend bekannt. Noch existieren zur Rückführung dieses Atommülls keine Behältertypen. Was mit dem Atommüll nach seiner Rückführung geschehen soll, ist völlig unklar - gibt es doch nach wie vor weltweit kein Endlager.
Das Aktionsbündnis fordert weiterhin die sofortige Stilllegung der Atomanlagen sowie den sofortigen Stopp der Atommüll-Produktion. Dies ist der einzige verantwortbare Weg - und es ist ein machbarer!

Das Aktionsbündnis lädt alle AtomkraftgegnerInnen dazu ein, auch gegen diesen Transport öffentlich zu protestieren! Neben nicht angekündigten Aktionen gibt es morgen in Walheim einen öffentlichen Treffpunkt:
Mittwoch, 09.April ab 12 Uhr: Bahnhof Walheim

Für die Veröffentlichung dieser Presseerklärung bedanken wir uns.

 




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