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Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
DemoZ, Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
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PRESSEERKLÄRUNG
08.04.2003
Atommüll-Transporte
im Schatten des Krieges
Aktueller
Castor-Transport aus Neckarwestheim zeigt erneut das wahre Gesicht
des sogenannten "Atomausstiegs"
Am heutigen
Dienstag ist im Atomkraftwerk Neckarwestheim der zweite Atommüll-Transport
dieses Jahres in die britische Skandalfabrik Sellafield gestartet.
Der jetzt in Walheim in drei Excellox-Behältern unter freiem
Himmel "geparkte" hochstrahlende Atommüll soll am
frühen Mittwoch Nachmittag per Zug Richtung französische
Grenze starten. Auch aus den AKWs Krümmel und möglicherweise
Brokdorf werden ab heute Nacht Transporte erwartet. Der geplante
Grenzübergang ist bisher aufgrund zunehmender Geheimhaltung
nicht bekannt.
Am AKW Neckarwestheim ruft das Aktionsbündnis erneut dazu auf,
gegen diese unverantwortliche Atommüll - "Entsorgung"
im Ausland zu protestieren. Treffpunkt ist am Mittwoch ab 12 Uhr
der Walheimer Bahnhof.
Die an sich
schon sehr risikoreichen Atom-Transporte werden offensichtlich unbeachtet
des Krieges durchgezogen. Zu den Risiken während des Transports
und den fatalen und nicht verantwortbaren Folgen der sogenannten
Wiederaufarbeitung am Zielort Sellafield kommen nun noch die zusätzlichen
Gefahren aufgrund des Krieges. Wir möchten uns nicht die Folgen
eines Anschlags auf das britische Schiff mit dem Atommüll ausmalen.
Auch diese zusätzliche
Inkaufnahme von Risiken ist eine Folge des sogenannten "Atomausstiegs
im Konsens". Während AtomkraftgegnerInnen mit dem "Atom-Konsens"
befriedet werden sollen, wird auch mit diesem erneuten unnötigen
Transport das wahre Gesicht dieses "Ausstiegs" sichtbar:
Den AKW-Betreibern wurde der ungestörte Betrieb ihrer Anlagen
zugesichert. Gerade in Neckarwestheim bedeutet dies aufgrund der
nach wie vor übervollen Abklingbecken (eine Folge des "Castor-Skandals"
ab 1998 sowie der Anti-Atom-Aktionen in den vergangenen Jahren)
auch die Durchführung dieser nicht verantwortbaren Atomtransporte.
Bis zur nächsten Revision ab dem 30. Mai muss das AKW Atommüll
abtransportieren, um bei der Revision Brennelemente austauschen
zu können - Voraussetzung für den weiteren "Vollast-Betrieb".
Aus diesem Grund dürfte auch für Mitte Mai bereits der
nächste Transport in Vorbereitung sein.
Im Vergleich
zur Atommüll-Lagerung vor Ort sind Transporte in die "Wiederaufarbeitung"
eine besonders schlimme Variante des gesetzlich vorgeschriebenen
Entsorgungsnachweises. In der Wiederaufarbeitungsanlage findet in
Wahrheit keine Entsorgung und kein Recyclingprozeß statt,
sondern bei der Abtrennung von Plutonium entsteht nur noch mehr
radioaktiver Müll, der dann letztendlich zum Verursacher, also
nach Deutschland zurückkehren wird. Vorerst wird dieses vervielfältigte
Volumen an strahlendem Atommüll Mensch und Umwelt an der irischen
See schädigen - sind doch die fatalen Folgen dieser Anlage
in Sellafield hinreichend bekannt. Noch existieren zur Rückführung
dieses Atommülls keine Behältertypen. Was mit dem Atommüll
nach seiner Rückführung geschehen soll, ist völlig
unklar - gibt es doch nach wie vor weltweit kein Endlager.
Das Aktionsbündnis fordert weiterhin die sofortige Stilllegung
der Atomanlagen sowie den sofortigen Stopp der Atommüll-Produktion.
Dies ist der einzige verantwortbare Weg - und es ist ein machbarer!
Das Aktionsbündnis
lädt alle AtomkraftgegnerInnen dazu ein, auch gegen diesen
Transport öffentlich zu protestieren! Neben nicht angekündigten
Aktionen gibt es morgen in Walheim einen öffentlichen Treffpunkt:
Mittwoch, 09.April ab 12 Uhr: Bahnhof Walheim
Für die
Veröffentlichung dieser Presseerklärung bedanken wir uns.
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