Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Polizei zieht Termin für Castortransport wegen befürchteter Protestaktionen vor


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PRESSEERKLÄRUNG
14. Mai 2002

Drei Atommüllbehälter verlassen AKW Neckarwestheim

Polizei zieht Termin für Castortransport wegen befürchteter Protestaktionen vor

AtomkraftgegnerInnen vom Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim hatten den Start des dritten Atommülltransportes dieses Jahres am Mittwoch erwartet. Die heute in den örtlichen Tageszeitungen veröffentlichte "Allgemeinverfügung zur Schaffung von demonstrationsfreien Zonen" entlang der Transportstrecke für den Straßenkonvoi vom AKW in Neckarwestheim zur Umladestation in Walheim, sah ein Versammlungsverbot ab Mittwoch früh sechs Uhr vor. Der in der Allgemeinverfügung genannte Termin schien die Informationen der französischen AtomkraftgegnerInnen zu bestätigten, die davon ausgehen, daß der Atommüllzug erst am Donnerstag abend um 19 Uhr die Grenze bei Lauterbourg überqueren wird.

Der Strassentransport der drei Excellox-6-Behälter aus dem AKW Neckarwestheim erfolgte heute in der Mittagszeit. Der Atommüll ist für die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield bestimmt. Zur Zeit stehen die drei Behälter an der Bahnumladestation in Walheim. Bereits Ende Januar hatte die Betreibergesellschaft des GKN diesen Transport für Mitte Mai angekündigt, jedoch ohne ein genaues Datum zu nennen. Nach den dem Aktionsbündnis Castorwiderstand Neckarwestheim vorliegenden Informationen war der Start jedoch nicht für heute vorgesehen. Selbst der bürgerlichen Presse wurde der Transporttermin vorenthalten. Journalisten berichteten, dass ihnen der Donnerstag als Transporttermin genannt wurde.

Auch wenn der heutige Straßentransport nahezu unbemerkt von AtomkraftgegnerInnen durchgeführt wurde, werten die AktivistInnen dies nicht als Niederlage. Im Gegenteil: die Mobilisierung der bundesweiten Anti-AKW-Bewegung nach Stuttgart zu den Aktionstagen gegen das Atomforum sowie nach Neckarwestheim haben die Polizei offensichtlich zu diesem vorgezogenen Transport gezwungen. Während ca. 100 AtomkraftgegnerInnen bei der Liederhalle in Stuttgart gegen die "Jahrestagung Kerntechnik" protestierten, nutzte die Polizei die Gunst der Stunde um den Transport ungestört durchzuführen. Polizisten, die in Kirchheim/Neckar den Transport begleiteten, bestätigten den beobachtenden CastorgegnerInnen, daß auch sie von dem Einsatzbefehl überrascht wurden.

Das Aktionsbündnis Castorwiderstand Neckarwestheim ruft alle Menschen dazu auf, nicht nur die Weiterfahrt der Atommüllbehälter mit Protesten zu begleiten, sondern sich auch in Stuttgart an den Protestaktionen gegen das Atomforum zu beteiligen.

Für die Veröffentlichung dieser Presseerklärung bedanken wir uns.

 




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