Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Bereits zwei Excellox-6 Atommüllbehälter beladen?


Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
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PRESSEERKLÄRUNG
28. Juli 2001


Atommüllverschiebung im Eilverfahren geplant:

Bereits zwei Excellox-6 Atommüllbehälter beladen?

Nach unseren Informationen wurde heute im Atomkraftwerk Neckarwestheim bereits der Zweite der erst am vergangenen Donnerstag angelieferten Excellox-6 Behälter beladen. Die Vorberei-tungen des für den frühen Dienstag Morgen geplanten Straßentransportes mit den 3 Atommüll-behältern laufen auf Hochtouren. Selbst die Absperrgitter der Polizei stehen schon bereit. Das Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim ruft zu einer Spontandemonstration ge-gen die geplante Atommüllverschiebung am Montag, den 30. 7. um 19 Uhr am Kirchheimer Bahnhof auf.

Eigentlich hätten die drei leeren Excelox-6 Behälter schon viel früher wieder im Atomkraftwerk Neckar-westheim aus England eintreffen sollen. Sie müssen im Pendelverkehr mit der Wiederaufbereitungs-anlage in Sellafield eingesetzt werden und gingen Ende April mit 21 hochradioaktiven Brennelementen auf die gefährliche Reise. Die Abfahrt in England hatte sich jetzt jedoch wegen radioaktiven Außen-kontaminationen verzögert. Nach offiziellen Angaben lagen diese unter dem zugelassenen Grenzwert von 4 Becquerel pro Quadratzentimeter, mußten jedoch vorher beseitigt werden. Deshalb findet die Beladung im Atomkraftwerk Neckarwestheim jetzt im Hau-Ruck-Verfahren statt. Schon bei der Bela-dung in einem "normalen" Zeitfenster wurde im Februar dieses Jahres im GKN ein Excellox-Behälter beschädigt.

Zur Erinnerung: Die Skandalanlage in Sellafield wäre im letzten Jahr beinahe ganz geschlossen wor-den nachdem die britische Nuklearbehörde festgestellt hatte, dass über Jahrzehnte hinweg Sicher-heitsprotokolle gefälscht worden waren. Im Januar kam es fast zu einer atomaren Katastrophe, nach-dem in mehreren radioaktiven Abfallbehältern die Konzentration explosiver Gase über mehrere Stun-den hinweg angestiegen war. Auch hier war erst mit stundenlanger Verspätung auf Warnsignale rea-giert worden. Und über 30% der Neckarwestheimer Atommülltransporte in die Wiederaufbereitungsan-lagen bis zum Transportstopp 1998 waren radioaktiv verseucht. Der zulässige Grenzwert wurde bis zum 3000-fachen überschritten.

Die Atommüllspirale soll sich noch Jahrzehnte weiter drehen. Der "Atomausstieg" besteht bis zum Jahr 2005 aus jährlich über 100 Behälter-Transporten in die Wiederaufbereitungsanlagen nach La Hague und Sellafield. Mit den geplanten Zwischenlager soll dann eine nochmalige Verdoppelung der bisheri-gen Atomstrommenge und somit auch eine Verdoppelung des hochradioaktiven Mülls stattfinden. Dies ist in keinster Weise ein Atomausstieg, sondern ein Auslaufen gemäß den technisch möglichen AKW-Laufzeiten.

Nächste Woche soll zeitgleich von fünf deutschen Atomkraftwerken der größte Atommülltrans-port aller Zeiten mit insgesamt 12 Behältern in die WAA's nach Frankreich und England stattfin-den. Das Aktionsbündnis ruft deshalb zu einer Demonstration am Montag ab 19 Uhr am Bahnhof in Kirchheim auf. Am Dienstag und Mittwoch finden entlang der verschiedenen Transportstrek-ken bundesweite Aktionen statt. Ab 16 Uhr ist in Hagenbach bei Wörth eine Protestkundgebung.

Keine weiteren Atommülltransporte, keine Zwischenlager - Atomausstieg sofort!




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