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Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
c/o Demokratisches Zentrum, Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
Infotelefon: 071 41 / 90 33 63 * Fax: 071 41 / 92 39 91
PRESSEERKLÄRUNG
19. April 2001
Gegen die Wiederaufnahme der Atommülltransporte!
AtomkraftgegnerInnen
kündigen Proteste gegen Castor-Transport aus AKW Neckarwestheim an
Das Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim macht zusammen mit AtomkraftgegnerInnen
aus Südwestdeutschland mobil gegen den für Anfang nächster
Woche vorgesehenen Castor-Transport von Neckarwestheim nach Sellafield.
Die Aktionen beginnen am kommenden Sonntag um 14 Uhr mit einer Demonstration
in Kirchheim/Neckar. Die Abfahrt der Atommüllbehälter soll mit
einer Blockade vor dem Atomkraftwerk behindert werden.
Nachdem es in der Vorosterwoche am Atomkraftwerk Philippsburg erfolgreichen
Widerstand gegen den Castor-Transport nach Frankreich gegeben hat, wird
die Anti-AKW-Bewegung in Neckarwestheim ihre Proteste gegen die geplanten
Atommülltransporte fortsetzen. Nach Informationen, die dem Aktionsbündnis
vorliegen, sollen am Dienstag nächster Woche drei Atommüllbehälter
vom Typ Excellox-6 vom AKW Neckarwestheim in die britische Wiederaufarbeitungsanlage
Sellafield gebracht werden. Damit wird seit September 1997 zum ersten
Mal wieder ein Atomtransport nach Großbritannien rollen.
Noch im Januar hatte Bundesumweltminister Jürgen Trittin mit Hinweis
auf die bevorstehende Genehmigung des Interimslagers am AKW-Standort Neckarwestheim
angeordnet, daß die Verbringung von hochradioaktiv verstrahlten
abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Neckarwestheim nach Ahaus nicht
durchgeführt werden soll. In der letzten Woche erfolgte nun die angekündigte
Genehmigung des Interimslagers. Aus Sicht der AtomkraftgegnerInnen besteht
damit kein Handlungsbedarf mehr für die Kraftwerksbetreiber zur Durchführung
weiterer Atommülltrans-porte. "Es war richtig, den Castor-Transport
nach Ahaus zu untersagen. Aber jetzt den Atommüll ins Ausland zu
verschieben, ist atompolitische Heuchelei", kommentiert Heidi Lindstedt
vom Aktions-bündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim das Schweigen
von Trittin zum anstehenden Transport. Anstatt die britische Bevölkerung
in der Umgebung der Skandalfabrik Sellafield vor weiterer radioaktiver
Verseuchung zu schützen, sichern grüne Politiker den Weiterbetrieb
der deutschen Atomkraftwerke und werden damit nur ihren Versprechungen
gegenüber der Atomwirtschaft gerecht. "Offenbar hat der Betreiber
in Neckarwestheim Angst, daß die Genehmigung des Interimslagers
von Gerichten kassiert wird, so daß die Atommüllabfuhr nach
England dringend benötigt wird für den Weiterbetrieb des AKW",
so Lindstedt weiter.
Natürlich ist
es auch keine Lösung den Atommüll am AKW-Standort selber zu
lagern, sondern die Stilllegung der Atomkraftwerke ist das Ziel.
Der Widerstand der Anti-AKW-Bewegung richtet sich in den nächsten
Tagen jedoch gegen die Wiederaufnahme der unsinnigen WAA-Transporte. In
der Wiederaufarbeitungsanlage findet in Wahrheit kein Recyclingprozeß
statt, sondern bei der Abtrennung von Plutonium entsteht nur noch mehr
radioaktiver Müll, der dann letztendlich zum Verursacher, also nach
Deutschland zurückkehren wird. Nicht nachvollziehbar ist auch der
Gesinnungswandel der für die Transportgenehmigung zuständigen
deutschen Genehmigungsbehörde Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
Sowohl das BfS wie auch das Bundesumweltministerium äußerten
am 21.02.2000 Zweifel an der Zuverlässigkeit der britischen Betreiberfirma
BNFL (British Nuclear Fuels) in Sellafield, und warfen den Briten im Zusammenhang
mit gefälschten Dokumentationspapieren in der Brennelementefertigung
"eine systematische Vernachlässigung von Sicherheitsstandards"
vor.
Das Aktionsbündnis
CASTOR-Widerstand Neckarwestheim ruft zusammen mit anderen südwest-deutschen
Anti-Atom-Initiativen alle Menschen auf, sich an den Aktionen gegen den
geplanten Atommülltransport nach Sellafield zu beteiligen. Die am
kommenden Sonntag in Kirchheim/N. stattfindende Demonstration, zu der
sich AtomkraftgegnerInnen aus der gesamten Bundesrepublik angekündigt
haben, richtet sich nicht nur gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke,
sondern vor allen Dingen gegen die Heuchelei der rot-grünen Politiker.
Die Demo beginnt um 14 Uhr am Bahnhof in Kirchheim und führt zum
Atomkraftwerk in Neckarwestheim.
Informationen zum
geplanten Widerstand gegen den Castor-Transport gibt es beim Infotelefon
des Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 07141/90 33 63
oder auf der Internetseite
http://neckarwestheim.antiatom.de .
Für die Veröffentlichung
dieser Presseerklärung bedanken wir uns.
Mit freundlichen Grüßen
Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
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