südwestdeutsche
anti-atom-Initiativen
Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg
Infotelefon: 0175 - 711 28 94 * Fax: 071 41 / 92 39 91
Internet: http://neckarwestheim.antiatom.de * Email: anti-akw.neckarwestheim@s.netic.de
PRESSEERKLÄRUNG
6. April 2001
Proteste
entlang der Transportstrecke geplant
Auftaktdemonstration
gegen Castor-Transport in Philippsburg am Sonntag um 14 Uhr - Mobilisierung
geht weiter
Die südwestdeutschen
AtomkraftgegnerInnen gehen davon aus, daß der Castortransport nach
Frankreich aus den Atomkraftwerken Philippsburg, Biblis und Grafenrheinfeld
am kommenden Dienstag. 10. April durchgeführt wird. Die AtomkraftgegnerInnen
rufen zu entschiedenem Widerstand gegen die Wiederaufnahme der Atommüllverschiebung
ins Ausland auf. Der Auftakt für die Protestaktionen wird die Demonstration
am 8. April 2001 in Philippsburg sein, weitere Proteste sind im deutsch-französischen
Grenzgebiet zwischen Wörth und Lauterbourg geplant.
Ein breites Bündnis von AtomkraftgegnerInnen aus Südwestdeutschland
ruft zusammen mit dem Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg zum Widerstand
gegen den bevorstehenden Atommüll-Transport auf. Am kommenden Dienstag
haben die Betreiber der Atomkraftwerke Philippsburg, Biblis (bei Darmstadt)
und Grafenrheinfeld (bei Schweinfurt) geplant, Atommüll in die Wiederaufbereitungsanlage
(WAA) La Hague zu bringen. Damit wird seit drei Jahren zum ersten Mal
wieder ein Atomtransport mit deutschem Atommüll ins Ausland rollen.
Die politische Voraussetzung für die Durchführung dieses Transportes
wurde letzte Woche mit dem Gorleben-Transport erfüllt. Die französische
Regierung hatte die Rücknahme von Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage
La Hague zur Bedingung gemacht für die erneute Aufnahme von weiterem
strahlenden Müll aus deutschen Atomkraftwerken. Genau das, was sowohl
deutsche als auch französische AtomkraftgegnerInnen an der Rücknahme
heftig kritisiert hatten, wird jetzt eintreten: die Rückführung
des Strahlenmülls nach Gorleben diente als "Türöffner"
und tritt eine ganze Welle von WAA-Transporten los.
Der Atommülltransport nach Gorleben wurde von der rot-grünen
Bundesregierung, besonders von Bundesumweltminister Trittin, als notwendig
bezeichnet und mit nationaler Verantwortung gegenüber den Franzosen
begründet. Jetzt, da wieder Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken
nach Frankreich in die schmutzige Wiederaufarbeitung geschafft werden
soll, gehen eben diese Politiker auf Tauchstation. Matthias Mauser vom
AK gegen das AKW Philippsburg: "Diese Transporte dienen einzig und
allein dem Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke. Deutsche Politiker
werden damit also nur ihren Versprechungen gegenüber der Atomwirtschaft
gerecht, anstatt die französische Bevölkerung in der Umgebung
der Plutoniumschleuder La Hague vor weiterer radioaktiver Verseuchung
zu schützen."
Die bevorstehenden Aktionen der deutschen und französischen AtomkraftgegnerInnen
stehen unter dem Motto "Nach dem Castor ist vor dem Castor!"
Damit soll klargemacht werden, daß es Widerstand gegen Atommülltransporte
nicht nur im Wendland gibt, sondern erst recht gegen die Wiederaufnahme
der unsinnigen WAA-Transporte.
Die am kommenden Sonntag in Philippsburg stattfindende Demonstration,
zu der sich auch wendländische AtomkraftgegnerInnen angekündigt
haben, richtet sich nicht nur gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke,
sondern vor allen Dingen gegen die Heuchelei der rot-grünen Politiker.
Die südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen fordern als Veranstalter
der Demo alle Menschen auf ihr verfassungsrechtlich verbrieftes Demonstrationsrecht
wahrzunehmen und an der Demonstration und den anschließenden Aktionen
teilzunehmen.
Die Demonstration beginnt um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Philippsburg
mit einer Auftaktkundgebung und führt zum Atomkraftwerk. Dort wird
es eine Abschlußkundgebung geben. Neben Vertretern der bundesweiten
Anti-AKW-Bewegung und des BBU (Bundesverband Bürgerinitiaiven Umweltschutz)
werden auch französische AtomkraftgegnerInnen als RednerInnen erwartet.
Nach der Demonstration werden die AtomkraftgegnerInnen in Philippsburg
bleiben und sich auf einem Versammlungsplatz einfinden, wo es warmes Essen
und Kultur sowie Plenumsdiskussionen und Informationsmöglichkeiten
gibt.
Voraussichtlich am Dienstag morgen starten dann die Atommüllzüge
an den AKW Philippsburg, Biblis und Grafenrheinfeld. In Philippsburg sowie
daran anschließend entlang der Strecke sind Blockadeaktionen geplant.
Auch im deutsch-französischen Grenzgebiet zwischen Wörth am
Rhein (bei Karlsruhe), wo die Züge zusammengekoppelt werden sollen,
und dem Grenzübergang Lauterbourg soll der Atomzug durch Aktionen
daran gehindert werden, nach Frankreich zu fahren. Nach Einschätzung
der AtomkraftgegnerInnen wird der Transport auch in Frankreich durchgeführt
werden, und wird nicht durch den Streik der französischen Eisenbahner
in Frage gestellt.
Informationen zum
geplanten Widerstand gegen den Atommüll-Transport gibt es beim Infotelefon
der südwestdeutschen anti-atom-initiativen unter 0175-711 28 94 und
auf den Internetseiten
http://neckarwestheim.antiatom.de oder http://home.t-online.de/home/anti-atom
oder http://www.sortirdunucleaire.org .
Für die Veröffentlichung dieser Presseerklärung bedanken
wir uns.
Mit freundlichen Grüßen
die südwestdeutschen anti-atom-Initiativen
Am Sonntag, 8. April
2001 steht das Presseteam der anti-atom-Initiativen ab 14 Uhr in Philippsburg
auf dem Marktplatz für Sie bereit.
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