Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Atommülltransport vom AKW Philippsburg nach Frankreich am 10. April geplant
     
    Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg
    Fax: 0180 / 50 52 55 90 30 94, e-mail: anti-atom@t-online.de


    PRESSEERKLÄRUNG
    02. April 2001

    Jetzt soll deutscher Atommüll wieder ins Ausland rollen

    Atommülltransport vom AKW Philippsburg nach Frankreich am 10. April geplant

    Südwestdeutschen AtomkraftgegnerInnen liegen Informationen vor, daß bereits am 10. April 2001 Atommüll aus dem baden-württembergischen Atomkraftwerk Philippsburg in die Wiederaufarbeitungsanlage nach La Hague verbracht werden soll. Der Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg sowie andere Anti-Atom-Initiativen rufen dagegen zum Widerstand auf. Am kommen-den Sonntag wird in Philippsburg um 14 Uhr eine Auftaktdemonstration stattfinden.

    Der für Dienstag nächster Woche geplante Abtransport von hochradioaktiv verstrahlten abgebrannten Brennelementen aus dem Atomkraftwerk Philippsburg ist möglich geworden, nachdem in der letzten Woche der CASTOR-Transport das Zwischenlager in Gorleben erreicht hat. Schon im Oktober letzten Jahres war der Abtransport vorgesehen, er scheiterte jedoch an der Weigerung der französischen Regierung neuen Atommüll aus Deutschland anzunehmen. Mit der Rücknahme des in Glaskokillen eingeschmolzenen radioaktiven Restmülls hat die deutsche Bundesregierung die Bedingung Frankreichs erfüllt, um die Transporte in die französische Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) La Hague wieder aufnehmen zu dürfen. Im vergangenen Oktober war Abtransport von einem Castorbehälter vom Typ TN 13/2 vorgesehen. Nachdem das Bundesamt für Strahlenschutz kürzlich die Transportgenehmigung für insgesamt 9 Behälter aus Block 1 erteilt hat, rechnen die AtomkraftgegnerInnen jetzt damit, daß drei Castoren nach La Hague fahren sollen. Auf dem Kraftwerksgelände stehen bereits drei französische Waggons für den Schienentransport bereit.

    Nach dem von der damaligen Bundesumweltministerin Angela Merkel im Frühjahr 1998 verhängten Transporte-Stopp wird dies der erste Atommülltransport aus einem deutschen AKW in die Wiederaufarbeitung ins Ausland sein.
    Dieser Transport eröffnet eine ganze Serie von Fuhren in die Plutoniumschleuder La Hague, da die Lagerbecken an den Kraftwerken randvoll mit abgebrannten Brennelementen sind. Mit diesen Transporten wird eine Entsorgung nur vorgetäuscht, um Rechtsformalitäten für den Weiterbetrieb der Kraftwerke zu erfüllen. In Wirklichkeit vergrößert die sogenannte Wiederaufarbeitung nur die Atommüllmenge. Nach wenigen Jahren muß der Strahlenmüll aus dem Ausland wieder hierher zurück ins Zwischenlager Gorleben transportiert werden. Das Problem einer gesicherten Endlagerung bleibt dagegen weiterhin ungelöst.

    Die süddeutsche Anti-AKW-Bewegung kündigt schon jetzt ihren massiven Protest und Widerstand an. An diesem werden sich auch französische AtomkraftgegnerInnen beteiligen. Als erster Termin steht bereits eine Auftakt-Demonstration fest, welche am Sonntag 8. April um 14 Uhr vom Marktplatz in Philippsburg zum Atomkraftwerk führen wird. Weitere Aktionen sind in Vorbereitung.

    Informationen zum geplanten Widerstand gegen den Atommüll-Transport gibt es beim Infotelefon des Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg 0721/966 3 977oder auf den Internetseiten
    http://neckarwestheim.antiatom.de oder http://home.t-online.de/home/anti-atom oder http://www.sortirdunucleaire.org .


    Für die Veröffentlichung dieser Presseerklärung bedanken wir uns.

    Mit freundlichen Grüßen
    Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg


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