Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Gute Beteiligung am Anti-AKW-Sonntagsspaziergang
     
    Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
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    PRESSEERKLÄRUNG      04.02.2000
     

    Gute Beteiligung am Anti-AKW-Sonntagsspaziergang

    Über 200 Atomkraftgegner beteiligten sich am heutigen Sonntagsspaziergang vom Bahnhof in Kirchheim/N. zum Kohlekraftwerk in Walheim, das als Verladestation für die Atommülltransporte des Atomkraftwerkes Neckarwestheim benutzt wird.

    Dies war ein erfolgreicher Auftakt für die Widerstandsaktionen der Atomkraftgegener in diesem Jahr. Der CASTOR-Transport von Neckarwestheim nach Ahaus wurde zwar (vorerst) gestoppt, zeitgleich hat jedoch das Bundesamt für Strahlenschutz Tranporte vom Atomkraftwerk Neckarwestheim nach Sellafield in England genehmigt. Durch diese Transporte in die Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield soll der akute Entsorgungsnotstand und die dadurch drohende Abschaltung der beiden Neckarwestheimer Atommeiler in den nächsten Jahren verhindert werden. Denn das "Interimslager" mit den 24 CASTOREN kann die Zeitspanne bis zur geplanten Fertigstellung des "Zwischenlagers" mit 150 CASTOREN in frühestens 5 Jahren nicht überbrücken.

    Herbert Würth stellte in seiner Begrüßung der Atomkraftgegner am Bahnhof in Kirchheim klar, dass die rot/grüne Atompolitik mit weiteren Atomkraftwerkslaufzeiten von über zwanzig Jahren in Neckarwestheim und insgesamt einer bundesweiten Verdoppelung der bisherigen hochradioaktiven Atommüllmenge kein "Ausstieg" aus der Atomkraft, sondern eine politische Farce ist.

    Die Kundgebungsrednerin vor dem Kohlekraftwerk in Walheim, Heidi Lindstedt, kritisierte die Transporterlaubnis für die WAA in Sellafield, da diese seit Jahren als "Plutoniumschleuder" bekannt ist und die Umgebung und das Meer radioaktiv verseucht. Im letzten Jahr wurde bekannt, dass dort auf Anweisung der Geschäftsleitung jahrelang Sicherheitsprotokolle für Brennelemente gefälscht wurden. Sie betonte, dass das Aktionsbündnis auch Aktionen gegen das geplante "Zwischenlager" in Neckarwestheim durchführen wird. Als nächster CASTOR-Transport soll vom 26. auf den 27 März der sogenannte Rücktransport von La Hague nach Gorleben rollen. Er wird voraussichtlich in Kehl die Grenze passieren. Heidi Lindstedt stellte klar, dass dieser Transport von Atomkraftgegner in Süddeutschland schon hier blockiert wird und nicht erst in Gorleben mit Widerstand zu rechnen ist.
    Die Forderungen des Aktionsbündnisses für einen Stopp aller Atommülltransporte, kein Zwischenlager - nirgendwo und das Ziel der sofortigen Stilllegung aller Atomanlagen weltweit, wurden von den anwesenden Atomkraftgegnern mit starkem Beifall unterstützt.

    Der nächste Sonntagsspaziergang wird am 4. März stattfinden.


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