Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand
Neckarwestheim
c/o Demokratisches Zentrum,
Wilhelmstr. 45/1, 71638 Ludwigsburg
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Fax: 07141 - 92 39 91
PRESSEKLÄRUNG
8. November 2000, 13 Uhr
Neue Nacht-und-Nebel-Aktion
im AKW Neckarwestheim
Castoren werden per Schiff
im GKN angeliefert
Zur Zeit werden im Atomkraftwerk
in Neckarwestheim 3 fabrikneue Castoren vom
Typ V/19 angeliefert.
Nach Informationen
des Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim ist es
das erste Mal, das die
Anlieferung auf dem Wasserweg passiert.
Seit Montag mittag ist den
AtomkraftgegnerInnen vom Aktionsbündnis bekannt,
daß ein Schiff auf
dem Neckar stromaufwärts fährt, welches leere Castor-
Behälter geladen hat.
Der Zielort sollte bei Heilbronn sein. Gestern am frühen
abend erreichte das
Motorschiff MS Europa das GKN und legte am Kai des
Atomkraftwerkes an. Heute
morgen gegen 8.00 Uhr wurde mit der Entladung
begonnen, zur Stunde sind
die drei Castoren auf dem Betriebsgelände. Dem
Aktionsbündnis liegen
Informationen vor, daß das Schiff auf seiner Reise auf
dem Neckar von einem
Polizeiboot und auf dem Landweg von der Polizei
eskortiert wurde.
Bei der Ankunft im GKN wurde auch ein Polizeihubschrauber
eingesetzt.
Die Anlieferung lief – wie
schon früher – unter absoluter Geheimhaltung ab.
Während der Anlieferungen
von leeren Atommüllbehältern auf dem Schienen- und
Straßenweg hat es
in der Vergangenheit immer wieder Protestaktionen von
AtomkraftgegnerInnen gegeben.
Offenbar versuchen die Betreiber nun, diesen
Störaktionen aus
dem Wege zu gehen, indem sie die Behälter quasi “hintenrum”
auf dem Neckar anliefern.
Mit dieser Nacht-und-Nebel-Aktion zeigt die
Geschäfts-führung
des GKN wieder einmal, daß sie etwas zu verheimlichen hat.
Wann die nun angelieferten
Castoren mit hochradioaktiven abgebrannten
Brennelementen beladen werden,
ist nicht bekannt. Diese Transport- und
Lagerbehälter vom Typ
V/19 sind sowohl für die Einlagerung in dem geplanten
Interimslager (direkt auf
dem Kraftwerksgelände) wie auch für den Abtransport
nach Ahaus geeignet.
Sie dienen also letztendlich dem ungestörten
Weiterbetrieb des Atomkraftwerkes.
Sechs beladene Atommüllbehälter
stehen bereits seit einigen Monaten auf dem
Hof des AKW. Der Innenminister
von Nordrhein- Westfalen, Fritz Behrens, hat
Ende Oktober der Polizei
den Auftrag gegeben zur Sicherung des nächsten
Castortransportes
nach Ahaus. Die Vorbereitungszeit der Polizei wird ca. sechs
Monate in Anspruch
nehmen, sodaß das Aktionsbündnis CASTOR- Widerstand
Neckarwestheim mit dem Abtransport
im März nächsten Jahres rechnet. Die
AtomkraftgegnerInnen ihrerseits
bereiten sich schon seit Monaten auf den
Widerstand gegen die
nächste Atommüllfuhre vor.
Sie fordern die sofortige
Stilllegung auch des Atomkraftwerkes in
Neckarwestheim, damit kein
weiterer Atommüll entsteht, für den es nach wie vor
keine Lösung zur Lagerung
gibt.