Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Polizeiarmada schützt leeren Castor-Transport 
     
    Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
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    PRESSEERKLÄRUNG       24. März 2000

    Polizeiarmada schützt leeren Castor-Transport 
    Protestierende Atomkraftgegner unverhältnismäßig hart von Polizei behandelt

    Am Donnerstag, 23.03.2000 sind im Atomkraftwerk Neckarwestheim (GKN) drei weitere Atommüllbehälter vom Typ Castor V/19 eingetroffen. Die Anlieferung erfolgte unter massivem Polizeischutz. Trotzdem gelang es Demonstranten, den Straßentransport zu behindern. An der abschließenden spontanen Kundgebung durch Kirchheim beteiligten sich ca. 70 AtomkraftgegnerInnen.

    Die drei fabrikneuen Castoren erreichten am Donnerstag um die Mittagszeit in einem Sonderzug das Kohlekraftwerk Walheim. Dort wurden sie auf die Straßentieflader verladen, die dann am Nachmittag ins GKN rollten. Dort stehen nun sechs Castorbehälter vom Typ V/19, für die die Transportgenehmigung in das Zwischenlager Ahaus seit Ende Januar vorliegt Die Atommüllbehälter sollen mit abgebrannten Brennelementen beladen werden, um für die nächste Revision (Anfang April) in den Abklingbecken Platz zu schaffen. Somit lagert immer mehr Atommüll am Kraftwerksstandort Neckarwestheim.
    Diese Woche wurde die Beladung des ersten Castors angeblich erfolgreich abgeschlossen, nachdem es den Technikern des Atomkraftwerks zuvor nicht gelang, radioaktive Kontaminationen des Behälters bei der Beladung zu vermeiden. Wann allerdings der Castortransport nach Ahaus stattfinden wird, ist völlig offen. Möglich ist, daß die Castoren beladen werden und auf dem Gelände der Atomkraftwerks lange Zeit gelagert werden. Das Atomkraftwerk Neckarwestheim errichtet zu diesem Zweck ein Transportbereitstellungslager unter freiem Himmel, auf welchem bis zu sechs Atommüllbehälter gelagert werden können. Laut offizieller Redeweise der Betreiber sollen die Castoren dort nur bis zum Abtransport stehen. Das Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim befürchtet allerdings, daß die beladenen Behälter über Jahre auf dem Kraftwerksgelände stehen bleiben und nach der Fertigstellung des unterirdischen Zwischenlagers direkt dort eingelagert werden.
    Deshalb hat die Anti-AKW-Bewegung die neue Strategie entwickelt, den Antransport der leeren Atommüllbehälter zu behindern. Das Beladen dieser Behälter sichert den Weiterbetrieb eines Atomkraftwerkes. So entsteht ständig mehr Atommüll, obwohl niemand weiß, wohin damit.

    Obwohl eine Polizeiarrnada die leeren Behälter schützte, konnten AKW-Gegnerlnnen die Anlieferung kurzfristig behindern. Ca. 30 Demonstranten befanden sich in Kirchheim/N. an der Strecke; einigen von ihnen gelang es,  auf die Straße zu kommen und den Transport zu stoppen. Sie wurden von Bundesgrenzschutzbeamten an den Händen gefesselt, bis der Konvoi vorbei war. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften vor Ort und hatte u.a. zwei Wasserwerfer und  Räumfahrzeuge in Bereitschaft. Ab 18 Uhr fand in Kirchheim eine Protestkundgebung statt, an der sich rund 70 Menschen beteiligten. Sie forderten den Stopp aller Castortransporte. Auch die Errichtung von standortnahen Zwischenlagern lehnen die Atomkraftgegnerlnnen ab. Angesichts des ungelösten Problems der Endlagerung von Atommüll ist der sofortige Ausstieg aus der Atomenergie zwingend notwendig.
     

    Für die Veröffentlichung dieser Presseerklärung bedanken wir uns.
     
     
     
     


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