29.
August 2001
Pressemitteilung von 13:00
Europäische
Aktionsgruppe gegen die Wiederaufarbeitung
Groupe daction européenne contre le retraitement
Europäeschen Aktiounsgrupp géint d´Eremopaarbeschtung
CASTOR 1 Stunde gestoppt
Internationale CASTOR-Blockade bei Homburg/Saar
AtomkraftgegnerInnen
aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich blockierten den Atom-mülltransport
vom Atomkraftwerk Biblis in Richtung der Wiederaufarbeitungsanlage
La Ha-gue (F). Ein französischer und ein deutscher Aktivist
hatten sich gemeinsam an die Gleise gekettet und wurden von
der Polizei mit schwerem Einsatzgerät entfernt. 15 SitzblockiererIn-nen
und 2 Angekettete nahmen an der friedlichen Blockadeaktion teil.
12 Personen wurden festgenommen. Der Zug setzte seine Fahrt
nach einer Stunde fort.
Vor
dem Castorskandal 1998, durch den die Transporte wegen Verstrahlungen
an den Behäl-tern eingestellt wurden, fuhren die Transporte
regelmäßig über Saarbrücken - Forbach und
Trier - Perl-Apach. Seit Wiederaufnahme der Transporte dieses
Jahr führte die Route, auf Wunsch der französischen
Staatsbahn SNCF, nur noch über den Grenzübergang Wörth
- Lauterbourg, was die dortige Polizei personell aber überfordert.
Jetzt werden die dicht besiedelten Räume Trier und Saarbrücken
wieder für strahlende Frachten geöffnet.
Der
Vorschlag, der saarländischen CDU und SPD die Transportroute
anstelle durch das Saar-land über den Seeweg zu führen
ist ein St. Florians-Denken. Dies ignoriert die fortgesetzte
Ver-seuchung der Weltmeere durch die Wiederaufarbeitung in La
Hague. Die Kritik des saarländi-schen Umweltministers,
reguläre Güterzüge für die gefährliche
Fracht zu nutzen, ist irrelevant
für die radioaktiven Emissionen um das Cap de La Hague
die durch die sogenannte Wiederauf-arbeitung dieses
Atommülls verursacht wird.
Der
sogenannte Atomkonsens ist in Wirklichkeit eine
Bestandsgarantie für die Atomanlagen, dadurch wird die
Müllmenge noch verdoppelt dabei gibt es keinerlei
sichere Lösung für das strahlende Erbe, weder in Gorleben
noch in Bure oder La Hague!, so die Kritik der ca. 30
an der Aktion beteiligten Atomenergie-GegnerInnen.
Dieser
Transport steht für die verfehlte Atompolitik und dient
dem Weiterbetrieb internationaler Atomanlagen. Ob durch Castorblockaden
oder Demonstrationen, nur durch einen gemeinsamen internationalen
Protest und Widerstand kann unser Ziel, die Abschaltung aller
Atomanlagen weltweit, durchgesetzt werden. erläutert
die Anti-Atom-Gruppe das Ziel ihrer Protestaktion.
Diese
Aktion von Aktivisten aus den drei Ländern des Saar-Lor-Lux-Raumes
zeige, dass die internationalen Verflechtungen der Atomlobby,
nur durch gemeinsamen politischen Druck be-kämpft werden
können. Radioaktivität kennt keine Grenzen unser
Widerstand auch nicht! so eine Aktivistin aus Frankreich.
Außer
dieser Aktion gab es gestern eine Greenpeaceaktion in Biblis,
heute eine Blockade in Mannheim (mit 20 min Verzögerung)
und weitere Aktionen sind zur Zeit in Frankreich zu erwar-ten.
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Koordinationskreis gegen Atomkraft Saar e.V.
http://www.geocities.com/castor-saar
Saarländischer
Rundfunk, 29.08., 12 Uhr
Saarbrücken: Castor im Saarland
Der Castor-Transport aus dem hessischen Kernkraftwerk Biblis
ist in Saarbrücken eingetroffen. Er steht zur Zeit auf dem Güterbahnhof,
wo er an eine andere Lokomotive angekoppelt werden soll. Kernkraftgegner
hatten den Zug am Vormittag für rund eine Stunde bei Homburg-Bruchhof
gestoppt. Zehn Greenpeace- Aktivisten hatten die Bahngleise
blockiert, einer von ihnen kettete sich fest. Nach Angaben des
saarländischen Innenministeriums wurde alle zehn festgenommen.
Bereits am Morgen war der Castor bei Mannheim kurz aufgehalten
worden. An der 40 Kilometer langen Strecke durch das Saarland
sind Polizei und Grenzschutz im Einsatz, um weitere Zwischenfälle
zu verhindern. Für die Strecke Forbach - Paris haben französische
Atomkraftgegner mit einer Bombenexplosion gedroht. Deshalb wird
der Euro-City 52, der dieselbe Strecke benutzt, Verspätung haben.
SWR4: 29. August 2001; Zeit: 09:30 Uhr
Neustadt:
Atom-Gegner halten Castor kurz auf
Mit Verspätung ist der Castor-Transport zur Stunde im Raum Neustadt
unterwegs. Vor einer Stunde wurde der Transport in Mannheim
an einen regulären Güterzug angekoppelt. Anschliessend wurde
der Zug von sechs Atomkraftgegenern für eine viertel Stunde
aufgehalten, die auf die Gleise rannten. Die Polizei nahm die
Gegner in Gewahrsam. Der aus dem hessischen Atomkraftwerk in
Biblis kommende Castor-Transport befindet sich auf dem Weg vom
hessischen Atomkraftwerk Biblis zur Wiederaufbereitungsanlage
ins französische La Hague.
Kommentar
zu SR-Meldung
(aus Indymedia.de )
Für alle die, die den Medien nicht alles glauben: Es waren
keine Greenpeace-Aktivisten, sondern Franzosen, Luxembourger,
Pfälzer und Saarländer aus regionalen Gruppen, es
waren nicht 10, sondern mehr als 15 Menschen auf den Gleisen
(zusätzlich etwa 5 Leute, die einen Polizisten beschäftigten,
so dass die Polizeikolonne, die er einweisen sollte, zunächst
an uns vorbeifuhr[9 Polizeibusse!!]), nicht ein Angeketteter,
sondern 2 (ein Franzose, ein Deutscher). Es wurden nicht alle
festgenommen, die Polizei war dermassen unkoordiniert, dass
2 von uns [auch ich] übersehen wurden). Diejenigen die
festgenommen wurden, erwartete in der Polizeiwache in Saarbrücken
eine Schikane bestehend aus Ausziehen und Untersuchung. Drei
kräftige Polizisten waren nicht in der Lage eine wirklich
leichte junge Frau ohne haufenweise blaue Flecke von den Gleisen
zu tragen. Einer der drei empörte sich zudem, er sei von
jener jungen Frau getreten worden, was ich als skandalös
empfinde. Denn Tritte von jungen Frauen ist bekanntlich eine
der häufigsten Todesursachen von Polizisten in Deutschland.
Ausserdem war die Hauptstrecke Saarbrücken-Mannheim für
den Zeitraum der gesamten Blockade in beide Richtungen blockiert.