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EnBW: Energie intelligent nutzen - oder: Deutsche Atomkraftwerke
sind sicher
„Wir wollen Weltmeister sein in Fragen der Sicherheitskultur“
(Gerhard Goll bei der Einführung des neuen Kraftwerksleiters in
Philippsburg)
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Skandalöser
AKW - Betrieb im Alltag. Durch eine zu geringe Konzentration
von Bor in drei von vier Flutbehältern, die für
das Steuern des Reaktors bei Überhitzung bzw. Explosionsgefahr
in Notfällen notwendig sind, wird das AKW Philippsburg
für 13 Tage ohne Sicher-heitsreserve betrieben. Obwohl
die Panne bei einem Behälter bemerkt wurde, fand die
Überprüfung der anderen erst Tage später statt;
das AKW wird entgegen allen Vorschriften nicht heruntergefahren.
Ein Sicherheitsrisiko habe zu keiner Zeit bestanden...
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Deutlich wurde,
wie es um die Sicherheitskultur bestellt ist - und es
bestätigt sich: Der AKW-Betreiber besitzt nicht die gesetzlich
vorgeschriebene Zuverlässigkeit! Nachdem das AKW am 7.11. auf
Druck von Müller und Trittin abgeschaltet wurde, kommt es noch
schlimmer: Seit 17 Jahren wurde dieser bewusste Verstoß
gegen die Betriebs- und Sicherheitsvorschriften praktiziert. Trittin
bekommt ernsthafte Zweifel an der Zuverlässigkeit
des Betreibers, der Landtag beschließt auf Vorschlag von Erwin
Teufel die Einsetzung einer Task Force in der Atomaufsicht.
Der Leiter des Block zwei und sein Schichtleiter werden beurlaubt;
die technischen Vorstände der EnBW und der EnBW-Kraftwerksgesellschaft
treten zurück. Deutlich wird, wie das Stuttgarter Umweltministerium
als Aufsichtsbehörde und der TÜV Süddeutschland als
Gutachter Teil der Gefahr sind. Auf Empfehlung des Leiters der Atomaufsicht-Fachabteilung
im Umweltministerium, Keil, soll die selbige Atomaufsicht durch
den Schweizer Vorsitzenden der ILK (Internationale Länder-kommision
Kerntechnik - eine süddeutsche Erfindung) Prêtre durchleuchtet
werden. Dieser wurde 1992 durch seine Äußerungen berühmt,
dass Tschernobyl eine Art Massenhysterie und psysische Epidemie
gewesen sei. Ende Oktober wird dann bekannt, dass auch die AKWs
Obrigheim und Neckarwestheim mit zu niedrigen Flüssigkeitsständen
bzw. zu geringer Bor-Konzentration betrieben wurden. Nachdem am
25.10 die Staatsanwaltschaft schon in Karlsruhe (EnBW) aktiv wurde,
wird seit dem 6.11. auch in Neckarwestheim wegen unerlaubtem Betreiben
von (Atom-) Anlagen ermittelt. In Philippsburg werden die Sicherheitsverstöße
in einer groß angelegten periodischen Sicherheitsprüfung
(PSÜ) von 1997 bis 2001 nicht erkannt. Gutachter: TÜV
Süddeutschland. Am 16.11. tritt in Philippsburg kontaminiertes
Wasser aus - als man es feststellt, ist die Pfütze schon verdunstet.
Kurz darauf wird bekannt, dass in Philippsburg der Kraftwerksleiter
nicht die Lizenz zum Reaktor-Betrieb hat (- was übrigens auch
für den technischen Direktor des GKN, Zaiss, gilt). Daraufhin
lässt der AKW-Fan Wirtschaftsminister Döring die Voraussetzung
der Betriebserlaubnis prüfen. Unbeachtet dessen kündigt
EnBW Tage später in Eintracht mit Umweltminister Müller
(und mit dem Segen von Erwin Teufel) die Wiederinbetriebnahme des
AKWs an, was am 17.12., von Trittin genehmigt, passiert. Ein umfangreicher
Maßnahmenkatalog ist die Voraussetzung. Döring
erhält in Folge dessen die in mehreren Wochen erwarteten Ergebnisse
seiner Arbeitsgruppe schon innerhalb weniger Tage; nach dem Ergebnis
muss er nicht das Risiko einer milliardenschweren Klage gegen den
Entzug der Betriebsgenehmigung für das AKW eingehen...
Jetzt soll wieder
Normalität einkehren. Nach über 70 Tagen Stillstand in
Philippsburg geht es jetzt wieder um ein Maximum an Verfügbarkeit,
Revisionen in Rekordzeit, Prüfungen im laufenden Betrieb, Druck
auf Angestellte in Sicherheitsfragen...
Mit der mächtigen
Atommafia will und wagt sich in den genannten Kreisen keiner ernsthaft
anzulegen.
[ Ein gute
Dokumentation der Ergeignisse in Philippsburg findet sich im Internet
unter: www.anti-atom.de
]
19.12.01
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