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Aktion
bei Bischheim bzw. Hoenheim (Nähe Strasbourg):
Bericht
zur dt.-frz.Castorblockade in Hoenheim/Bischheim (Frankreich)
Um 19:30
sammelten sich langsam französische und deutsche
Atomkraftgegner an einem Bahnübergang in Hoenheim bei
Bischheim, Nähe Strasbourg. Transparente vom frz. Netzwerk
Atomausstieg, den frz. Grünen und deutschen Atomkraftgegenern
waren zu sehen: "Stop au retraitment, Nein zur Wiederaufarbeitung",
"Kein Atommülltourismus", grüne Fahnen,
Flugis für Autofahrer etc. Geschichten von Meldungen
über die Blockaden um Hamburg und kleine Aktionen um
Wörth wurden ausgetauscht.
Mehrere
Fotografen, zwei frz. Fernsehteams und Mitarbeiter des
Europaparlaments der Grünen und waren anwesend. Etwa
40 Polizisten bilden eine Kette vor dem Bahnübergang,
im Hintergrund stehen noch weitere Einsatzkräfte bereit.
Ein Hubschrauber
im Tiefflug kündigt die strahlende Fracht schließlich
an. (Ich schätze so 20 h) Als der Castor langsam heranfuhr
stand -
trotz ca. 50 Polizisten die den Bahnübergang abriegeln
- plötzlich 30
m links vom belagerten Bahnübergang ein Demonstrant auf
den Schienen, der Zug bremste ab, gleichzeitig werden Leuchtfackeln
angezündet, schließlich steht der Castorzug.
Inzwischen
sind mindestens 60 Demonstranten, davon die Hälfte
Franzosen, die Hälfte Deutsche zugegen. Ein Großteil
der Demonstranten läuft am stehenden Castor vorbei vor
die Lok (dahinter sind zwei Personenwaggons voller Polizei
und dann drei Castorbehälter vom Typ TN 17/2). Der Castorzug
wurde inzwischen schätzungsweise 10 Minuten aufgehalten
und rollte dann nur im Schrittempo weiter.
"Rennblockade":
immer wieder gelangten Atomkraftgegner trotz der hohen Polizeipräsenz
auf die Schienen. Die Polizei kam kaum hinterher. Die französiche
Spezialeinheit trieb die Leute mit Knüppeln von den Schienen,
ein kurz über die Schienen gespanntes Transparent hat
die Polizei den Atomkraftgegnern aus der Hand gerissen. Der
Hubschrauber überwacht alles im Tiefflug, dreht schließlich
aber ab bzw, fliegt wieder höher. Es gab aber meines
Wissens keine ernsthaften Verletzungen außer ein paar
blaue Flecken und ähnliches. (Es sei denn die Polizisten
die immer wieder über ihre eigene Füße oder
das Gleismobiliar stolperten hätten sich verletzt)
"Zähfließender
Castorverkehr" so ein Kommentar. Schließlich holt
der
Castor die Demonstranten ein. Die Polizei hat inzwischen eine
Kette
gebildet, der Castor kann die Atomkraftgegenr passieren, hält
dann
aber ohne ersichtlichen Grund in ca. 500 m wieder an. Geschätze
Verzögerung bis der Castor wirklich wieder weiterfuhr:
30 Minuten!
Die Herausgabe
des Transparentes wurde gefordert (la banderole! la
banderole!), viele blieben noch einige Zeit auf den Gleisen,
schließlich gingen alle zum Ausgangspunkt zurück.
Das Transparent
wurde dort zurückgegeben. Ein gemeinsamer Abschluß
in einer Kneipe, Kontakte wurden geknüpft und es war
schon spät genug (22:30) und es hieß dann: A la
prochaine, bis zum nächsten mal! Ich denke für alle
eine gute internationale Aktion, die zeigte daß in Frankreich
erfolgreich blockiert wird und die Transporte auch hier zunehmend
eine sehr gute Möglichkeit sind Öffentlichkeit zu
schaffen, gegen den Weiterbetrieb internationaler Atomanlagen
zu demonstrieren und wirklich Sand im Atomgetriebe zu sein.
Markus
Pflüger (Initiative für den Atomausstieg Trier)
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