Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim 
Was ist ein TBL?
     
    TBL ist das Kürzel für Transportbereitstellungslager. 

    Aber was ist das? Das Transportbereitstellungslager ist eine betonierte Fläche innerhalb des Betriebsgeländes des AKW, auf der Atommüllbehälter, die mit abgebrannten Brennelementen bereits beladen sind, vorübergehend abgestellt werden. Wie der Name schon sagt, warten diese Behälter dort auf ihren Abtransport.
    Das GKN hat im Sommer letzten Jahres ein TBL für sechs Castoren beantragt, mit dem Bau wurde unverzüglich begonnen. Aber das reicht der AKW-Geschäftsführung nicht, deshalb wurde zusammen mit dem Antrag auf Genehmigung des Zwischenlagers beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine Genehmigung beantragt auf Erweiterung des Transportbereitstellungslagers für 24 Castoren. Der Zweck dieses Vorhabens scheint auf der Hand zu liegen. Weil die Betreiber damit rechnen, daß die Atommülltransporte nicht zügig genug wieder durchgeführt werden können (siehe Artikel “Transporte”), wollen sie die beladenen Atommüllbehälter bis zum Abtransport neben dem Reaktor abstellen. Eine Art von Zwischenlager also.
    Die Sache hat nur einen Haken. Die Genehmigung der sechs Plätze hat das baden-württembergische Wirtschaftsministerium im Juli letzten Jahres nämlich mit der Auflage angeordnet, daß aus Sicherheitsgründen die “durch das Beladen der Transportbehälter freiwerdenden Lagerpositionen im Abklingbecken bis zum erfolgten Abtransport freigehalten werden müssen”. D.h., dass dem GKN durch die Genehmigung nicht gestattet wird, die Anzahl der am Standort zu lagernden abgebrannten Brenn-elemente zu erhöhen. Damit hilft das TBL aber gar nicht gegen die drohende Verstopfung des AKW.

    Hier hilft nur Jürgen Trittin!
    Der Bundesumweltminister hat der Atomwirtschaft in internen Gesprächen vorgeschlagen, zusätzliche Lagermöglichkeiten für abgebrannten Brennelemente direkt am AKW zu schaffen. Die für die Genehmigungen zuständige Behörde (das BfS) werde die Anträge zügig bearbeiten. Da läßt sich das GKN doch nicht lumpen, und wenn schon der FDPWirtschaftsminister im Ländle mit solch dummen Auflagen kommt, dann gehen sie doch lieber nach Salzgitter zum Bundesamt für Strahlenschutz. Dort wird der GKN-Geschäftsführung bestimmt eine Genehmigung in ihrem Sinne erteilt.
    Allerdings könnte auch dies ein steiniger Weg werden. Denn mit der Nutzung des auf 24 Castor-Stellplätze erweiterten TBL würden sich insgesamt bis zu 456 abgebrannte Brennelemente mehr auf dem Kraftwerksgelände befinden. Bei derzeit ca. 1000 Lagerpositionen in den internen Abklingbecken entspricht dies einer Erhöhung des “radioaktiven Inventars” um mehr als 10%, weshalb für das Genehmigungsverfahren eine öffentliche Beteiligung erforderlich wird. 

    Und das kann dauern.
     
     

 

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