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Bure in Lothringen: das geheime europäische Endlagerprojekt?
Französische und deutsche Anti-Atomkraft-Initativen
engagieren sich gemeinsam für ein Widerstandshaus
Vom
25. - 29. 30.8.2004 veranstaltete der Verein "Bure Zone Libre" bei
Bure ein deutsch-französisches Widerstandscamp gegen ein geplantes
Atommüll-Endlager. Im Rahmen des Protestcamps hielt der Verein "Bure
Zone Libre" in Bonnet (Lothringen) seine Mitgliederversammlung ab
und wählte 2 Atomkraftgegner aus Deutschland in den 9-köpfigen Vereinsbeirat.
Zum Abschluss des Camps versammelten sich die AtomkraftgegnerInnen
am Sonntag vor der Versuchslager-Baustelle zu einer Protestaktion.

Der
deutsch-französische Verein „Bure Zone Libre“ (Freie Zone Bure)
wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, einen dauerhaften Ort des Widerstandes
gegen das Atommüll-Versuchslager zu installieren. Seit Jahren hat
es die unterschiedlichsten Protestaktionen in Bure gegeben, wie
z.B. Mahnwachen, Blockaden und zeitlich befristete Sommercamps.
In
Workshops wurde auf dem diesjährigen Widerstandscamp diskutiert,
wie das zukünftige "Haus des Widerstandes" aussehen kann. Die permanente
Präsenz soll die Entschlossenheit der Anti-Atom-Gruppen signalisieren
und den Desinformationen der ANDRA (Agence Nationale pour la gestion
des Déchets Radioactifs, die französische Atommüllagentur) gezielter
entgegen wirken. Der Vereinsversammlung von „Bure Zone Libre“ folgte
am Sonntag eine Aktion auf dem Verkehrskreisel direkt vor dem geplanten
Endlager. Rund 50 DemonstrantInnen beider Länder versammelten sich
dort mittags mit Musik und der Unterstützung lokaler Gemeinderäte.
Endlagergegner,
die mit weißen Schutzanzügen mit "ANDRA-Logo" verkleidet waren,
vergruben in Anwesenheit der Presse Atommüllfässer zur Hälfte in
die Erde des Rondels. Dahinter war auf einem Transparent zu lesen:
„Darunter Müll - darüber Blumen: mit ANDRA gibt’s eine Beerdigung
der Extraklasse“. Drei Kreuze mit dem Radioaktivzeichen markierten
den Ort inmitten der Müllfässer als verseuchten Friedhof und ersetzten
die kurz zuvor zerstörten Widerstandsdenkmäler der AtomkraftgegnerInnen.
„Unser Ziel ist es die Wahrheit wiederherzustellen und der Öffentlichkeit
in Erinnerung zu rufen, dass im Jahre 2006 vom französischen Parlament
eine grundsätzliche Entscheidung bezüglich der Atommüllendlagerung
getroffen wird. Die Pseudo-Informationen, die von der Atomindustrie
und den offiziellen Instanzen kommen, dienen nur der Gewissensberuhigung
und sollen glauben lassen, die Tiefen- Endlagerung sei eine akzeptable
Lösung“, so Isabelle Guillaume, Vorsitzende des Vereins Bure Zone
Libre.
Das
Engagement deutscher Initiativen gegen das französische Endlagerprojekt
erklärt Markus Pflüger vom neu gewählten Vereinsbeirat von Bure
Zone Libre: „Viele europäische Firmen, darunter zwei deutsche, forschen
in Bure, ein deutsch-französisches Konsortium plant mit dem EPR
neue Atomkraftwerke in Frankreich, in Frankreich produzierter Atomstrom
wird nach Deutschland exportiert, der dabei produzierte Atommüll
verbleibt in Frankreich und könnte in Bure endgelagert werden –
Bure scheint quasi ein europäisches Endlager zu werden.“
Da
die Atomindustrie international kooperiere, sei die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit gerade auch der Anti-Atom-Bewegung wichtiger den
je. Der Pseudoausstieg in Deutschland würde durch neue Meiler in
Frankreich und Osteuropa ergänzt - die EU unterstütze dies durch
den EURATOM-Vertrag - genug Gründe sich in Zukunft noch stärker
gegen das Endlagerprojekt in Bure zu engagieren.
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