swr: Gönner fordert Expertengruppe zum Atomendlager
SWR BaWü, 07.12.05
> Gönner fordert Expertengruppe zum Atomendlager
Für das geplante grenznahe Schweizer Atomendlager Benken sollte nach
Ansicht von Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) eine
deutsche Expertengruppe eingesetzt werden. "Wir müssen maximalen
Sachverstand einbringen", sagte Gönner bei einer öffentlichen Anhörung.
Tanja Gönner (Quelle: SWR)
Tanja Gönner
Gönner äußerte zugleich Verständnis für die Vorbehalte und Ängste der
Menschen in der betroffenen Region. Sie nehme "die geäußerten Sorgen
ernst", sagte Gönner in Jestetten (Kreis Waldshut-Tiengen). Die Schweiz
hält das Gebiet wegen des Sedimentgesteins Opalinuston für geeignet, um
hochradioaktive Abfälle unterirdisch zu lagern. Opalinuston sei sicherer
als andere Gesteine, da es den Atommüll am besten abdichte. Eine
endgültige Entscheidung über den Standort wird nicht vor 2010 erwartet.
Die CDU/FDP-Landesregierung will sich am kommenden Dienstag mit den
Plänen befassen und der Schweiz eine Stellungnahme zuleiten. Das
öffentliche Anhörungsverfahren, an dem auch die deutsche Seite beteiligt
worden ist, endet am Montag.
Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) lehnt das Endlager
bei Benken ab. Auf die Menschen in Baden-Württemberg kämen "erhebliche
Gefahren" zu, sollte sich die Schweiz für das Lager am Rhein in
Sichtweite der deutschen Grenze entscheiden. Der LNV forderte die
Schweizer Behörde Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung
radioaktiver Abfälle) auf, nach einem geologisch sicheren Standort für
ein atomares Endlager zu suchen. Die Nagra hatte auch andere Opalinuston-
Gebiete geprüft, hält Benken aber für am besten.