afp: Vier Arbeiter im AKW Fessenheim verstrahlt
AFP, 15.10.05
> Vier Arbeiter im AKW Fessenheim verstrahlt
Straßburg (AFP) - Im umstrittenen elsässischen Atomkraftwerk Fessenheim
sind vier Angestellte leicht verstrahlt worden. Sie hätten während einer
Evakuierungsaktion am Freitag im zurzeit abgeschalteten Reaktor 1
radioaktive Staubpartikel eingeatmet, teilte das Werk mit. Die Belastung
habe etwa tausendfach unter dem Schwellenwert gelegen. Die Arbeiter seien
nur "sehr leicht verstrahlt" worden.
Es handele sich nicht um einen "Störfall" wie etwa bei zwei Vorfällen im
September, hieß es. Die beiden Pannen waren erst vor wenigen Tagen im
Nachhinein als Störfälle eingestuft worden. Am 18. September war im
Reaktor 1 eine Pumpe ausgefallen. Elf Tage später war etwa zehn Minuten
lang die Stromversorgung unterbrochen.
Die ehemalige französische Umweltministerin Corinne Lepage prüft derzeit
im Auftrag von Atomkraftgegnern rechtliche Schritte gegen die Betreiber
des Atomkraftwerks. Die Kritiker wollen vor Gericht feststellen lassen,
ob die Sicherheit der Bevölkerung bei einem Weiterbetrieb von Fessenheim
gewährleistet ist.
Das 1977 in Betrieb genommene AKW Fessenheim, das direkt im deutsch-
französisch-schweizerischen Dreiländereck liegt, ist Frankreichs ältester
Druckwasserreaktor und macht immer wieder wegen Pannen von sich reden.
Ursprünglich war das Werk für eine Laufzeit von 20 Jahren ausgelegt
worden. Mittlerweile ist eine erneute Verlängerung bis 2017 im Gespräch