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HN-St: Zum dritten Mal Solarkreismeister



Heilbronner Stimme, 19.10.05

> Zum dritten Mal Solarkreismeister

Von Ines Franzke-Stahl

Photovoltaik ist eine sehr umweltbewusste Energie und setzt sich immer 
mehr durch , sagte Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold. Zum dritten Mal 
in Folge nahm er am Dienstag die Siegerurkunde der Deutschen Umwelthilfe 
und des BUND für die Solarkreismeisterschaft entgegen.

 Damit liegt die Gemeinde voll im bundesweiten Trend, denn 2004 wurden 
weltweit die meisten Photovoltaikmodule installiert. 16 Städte und 
Gemeinden aus dem Kreis Ludwigsburg hatten sich dem Wettbewerb gestellt. 
Besigheim freute sich über den zweiten Platz und Vaihingen über den Platz 
drei. Die Siegerehrung fand auf dem Hof der Familie Braun, einem der 
Schützenpfadhöfe Kirchheims, statt.

Und genau hier, auf den Dächern der landwirtschaftlichen Betriebe rund um 
Kirchheim, liegt auch das Geheimnis für den Kirchheimer Solarboom. Die 
großen Dachflächen landwirtschaftlicher Gebäude sind für großflächige 
Solaranlagen ideal geeignet , sagte Heinrich Blasenbrei-Wurz von der 
Firma Blasenbrei und Schrader Solar. Für die Landwirte sei die 
Energiegewinnung außerdem ein kleiner Zusatzverdienst.

Insgesamt produzieren die 180 Kilowatt-Photovoltaikanlagen, die auf den 
vier Schützenpfadhöfen installiert sind, 171 000 Kilowattstunden Strom. 
Dies entspricht dem Stromverbrauch von zirka 170 Personen oder fünf 
Prozent des Stromverbrauchs der Kirchheimer Haushalte , betonte Robert 
Spreter, Projektmanager der Deutschen Umwelthilfe. 112 Tonnen des 
klimaschädlichen Kohlendioxids würden damit eingespart. Der 
landwirtschaftliche Betrieb der Familie Braun ging mit seiner 27 Kilowatt 
starken Anlage als letzter im April 2005 in Betrieb. Darüber hinaus hat 
die Familie ein Pflanzenölheizkraftwerk eingerichtet, das den Wärmebedarf 
ihres Hauses deckt.

Der Impuls für Kirchheims Solarboom geht zurück aufs Jahr 2000. Damals 
war Birgit Riecker von der Unabhängigen Liste maßgebliche Initiatorin für 
den Bau einer 40 Kilowatt-Photovoltaikanlage auf dem Dach der 
Schulturnhalle. Unser Konzept war, dass sich die Kirchheimer Anteile 
kaufen konnten , erklärte Birgit Riecker im Gespräch mit unserer Zeitung. 
80 Anteilseigner investierten in die Anlage und haben so die Idee der 
eigenen Stromerzeugung in die Gemeinde getragen.


Foto: Ines Franzke-Stahl
Die Preisträger: links Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold mit 
Vertretern aus Besigheim und Vaihingen/Enz.
Schon kurze Zeit später griff der Landwirt des Haaghofes die Idee auf: Er 
installierte auf den Dächern seines Betriebs Kirchheims größte 
Solarstromanlage, ebenfalls nach dem Modell, die Anlage auf Anteilseigner 
zu verteilen. Mittlerweile nutzt auch die Kommune die Dachflächen von 
Bauhof und Feuerwehrmagazin für die Gewinnung der Sonnenenergie.

Naturkatastrophen wie der Hurrikan in den USA rütteln wach, dass man für 
den Klimaschutz was tun muss , sagte Uwe Seibold bei der Siegerehrung. 
Erste Erfolge, so freute sich Blasenbrei-Wurz, seien deutlich sichtbar: 
Immerhin ein Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs werde 
mittlerweile durch Photovoltaikanlagen gedeckt.

Mit der Solarkreismeisterschaft wurde die Solarbundesliga ins lokale 
Leben transportiert. Das hat den Vorteil, dass sich ein größeres 
Augenmerk auf die 785 Kommunen richtet, die sich dem Wettbewerb stellen , 
erläuterte Robert Spreter. Teilnehmen kann jeder. Ob Solarverein, 
Installateur, Gemeinde oder kommunaler Energieversorger. Einzige 
Voraussetzung: Die Daten müssen glaubhaft belegt werden.

Die Daten der teilnehmenden Kommunen stehen im Internet: 
www.solarkreisliga-ludwigsburg.de