dpa: Oettinger spricht mit EdF - Weitere EnBW-Partnerschaft auf Augenhöhe
DPA, 19.10.05
> Oettinger spricht mit EdF - Weitere EnBW-Partnerschaft auf Augenhöhe
Paris - Der französische Energiekonzern EdF will die Zusammenarbeit mit
der Energie Baden-Württemberg (EnBW) dauerhaft fortsetzen.
Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) kündigte am Dienstagabend nach
einem Gespräch mit dem EdF-Vorstandsvorsitzenden Pierre Gadonneix in
Paris an, die EdF wolle den bis 2011 laufenden Kooperationsvertrag
verlängern.
Der Konzern hält wie die OEW 45,01 Prozent der Aktien an der Karlsruher
EnBW. 5,2 Prozent besitzen Kommunen, 2,7 Prozent hält die EnBW, der Rest
der EnBW-Aktien ist in Streubesitz. Die EdF sei mit einer Partnerschaft
auf Augenhöhe einverstanden und wolle keine einseitige Überlegenheit,
sagte Oettinger. An dem Gespräch nahmen auch der Karlsruher
Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU) sowie IHK- Geschäftsführer Hans-
Peter Mengele teil.
Nach Angaben Oettingers hat Gadonneix auch eine Erneuerung von
Produktionsstätten in Baden-Württemberg zugesagt. Die EdF sei am Neubau
von Wasser-, Kohle-, Gas- und Dampfkraftwerken interessiert. Allerdings
habe der EdF-Vorstandsvorsitzende den Wasserpfennig im Südwesten als
Standortnachteil bezeichnet. "Wir stimmen überein, dass die Teilnahme am
deutschen Energiemarkt die Aufgabe der EnBW ist", sagte Oettinger. Ein
Engagement in Mittel- und Osteuropa soll zwischen EdF und EnBW abgestimmt
werden. "Als Land werden wir mit unseren guten Beziehungen zu den
Donaustaaten wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien sowie Tschechien und die
Slowakei dabei gewissermassen als Türöffner helfen", kündigte Oettinger
an.
Der Ministerpräsident verständigte sich mit Gadonneix auf ein weiteres
Gespräch im Dezember oder Januar in Berlin, an dem auch Bundespolitiker
teilnehmen sollen. Die EdF habe ferner angekündigt, ihre Zusammenarbeit
mit den Forschungsinstituten der Universität Karlsruhe über 2006 hinaus
um weitere fünf Jahre zu verlängern. Nach Angaben Oettingers unterstützt
der Konzern die Forschung mit 7,6 Millionen Euro.
Oettinger kündigte an, sich bei der Bundesregierung für eine
Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Neckarwestheim einsetzen, das
nach dem Atomkonsens in der neuen Legislaturperiode abgeschaltet werden
müsste: "Die EnBW hat von allen deutschen Energieunternehmen die höchsten
Atomstromquoten und ist von der Abschaltung am stärksten betroffen."