ka-news: Gefahr Atommülltransport - Grüne sehen Kernenergie als Sackgasse
KA-News, 28.10.05
> Gefahr Atommülltransport
> Grüne sehen Kernenergie als Sackgasse
Karlsruhe - In einer gemeinsamen Presserklärung stellen sich der
Kreisverband der Karlsruher Grünen und die Grüne Gemeinderatsfraktion
hinter die Kundgebung der Umweltinitiativen am morgigen Samstag gegen den
in nächster Zeit geplanten Castortransport durch Karlsruher Gebiet. "Wir
teilen die Besorgnis der Umweltgruppen über die Gefährlichkeit von
Atommülltransporten durch städtisches Gebiet", so Andreas Ruthardt,
energiepolitischer Sprecher der Grünen Gemeinderatsfraktion.
"Die Castortransportbehälter sind gemessen am Gefahrenpotential des
Atommülls völlig unzureichend vor Unfällen geschützt. Und auch wenn der
Transport ohne Zwischenfälle verläuft, gibt es immer wieder
Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte." Die Grünen weisen zudem auf
die Gefährdungen und Belastungen durch atom-technische Anlagen in der
Region hin. "Da ist zum einen das vor kurzem fertig gestellte
Zwischenlager in Philippsburg. Weil ein Endlager für Atommüll in
Deutschland nach wie vor fehlt, wird hier nun dauerhaft Atommüll in
Castorbehältern deponiert. Und dann haben wir noch die Verglasungsanlage
im Forschungszentrum vor der Haustür, in der die hochbrisante
'Atomsuppe', die in 20 Jahren Wiederaufbereitung abgebrannter
Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken entstanden ist,
transportfähig gemacht werden soll", so Ruthardt.
Die badische Sonne ist ideal für geothermische Energie
Er erklärt weiter: "Die Glaskokillen mit dem Atommüll werden bis zum
endgültigen Abtransport frühestens 2008 auf dem WAK-Gelände
zwischengelagert. Auch das macht uns Sorgen". Die permanente Gefährdung
der Bevölkerung durch solche Anlagen und der enorme Aufwand und die
Kosten, um das Risiko einigermaßer in Grenzen zu halten und die
Entsorgung zu bewerkstelligen, zeigen nach Ansicht der Grünen, dass die
Kernenergie keine Zukunft hat. Damit widersprechen die Karlsruher Grünen
entschieden den jüngsten Versuchen der Gewerkschaften Verdi und IG Bau,
der Energieversorger und der CDU, die Laufzeiten von Atommeilern entgegen
dem von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg wieder
zu verlängern.
"Die einzige Alternative für eine sichere und zukunftsträchtige
Energieversorgung sehen wir in den regenerativen Energien", so Ruthardt.
"Gerade in Karlsruhe haben wir mit viel badischer Sonne von oben und
reichlich geothermischer Energie von unten ein erhebliches Potential".
Dies zu nutzen, muss ein wichtiges Ziel der Karlsruher Kommunalpolitik
sein, fordert die Grüne Gemeinderatsfraktion. (ps/pkl)