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KA-News: Keinerlei Störungen - Castor passierte Karlsruher Stadtgebiet



KA-News, 20.11.05

> Keinerlei Störungen
> Castor passierte Karlsruher Stadtgebiet

Tödliche Fracht am Bahnhof in Wörth
(Archivfoto: ka-news)
Karlsruhe/Wörth - Auf seiner Fahrt von der Wiederaufbereitungsanlage im 
französischen La Hague ins Atommüll-Zwischenlager im niedersächsischen 
Gorleben hat der Zug mit zwölf Castor-Behältern am Sonntagnachmittag auch 
Karlsruhe passiert. Nach Polizeiangaben habe es dabei im Stadtgebiet 
"keinerlei Störungen" gegeben.

Gegen 14.38 Uhr hatte der Transport die Rheinbrücke überquert und 
anschließend Knielingen passiert; gegen 15 Uhr durchquerte der Zug 
Berghausen in Richtung Heilbronn. Bis etwa 14 Uhr hatte die Greenpeace-
Jugend auf dem Karlsruher Marktplatz gegen den Castor-Transport 
demonstriert (ka-news berichtete).

Während es in Karlsruhe zu keinen Zwischenfällen gekommen war, seien am 
Bahnhof Wörth nach Angaben der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen 
etwa 40 bis 50 deutsche Atomkraftgegner in Gewahrsam genommen worden. 
"Mit dieser massenhaften Ingewahrsamnahme will die Polizei verhindern, 
dass friedliche AtomkraftgegnerInnen ihren Protest öffentlich zum 
Ausdruck bringen. Dagegen protestieren wir aufs Schärfste", so eine 
Sprecherin der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen. Auf Anfrage von ka-
news erklärte hingegen ein Sprecher der zuständigen 
Bundespolizeidirektion in Saarbrücken, es seien lediglich 18 
Platzverweise ausgesprochen worden. Von Ingewahrsamnahmen sei ihm nichts 
bekannt.

Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei in Frankreich

Französische Aktivisten hatten den Initiatoren zufolge den Castor-
Transport zwischen Maxéville und Nancy am Sonntagmorgen gegen 7.45 Uhr 
mit einer Schienenblockade für etwa eine Viertelstunde aufgehalten. In 
der Nähe von Avricourt, wo im vergangenen Jahr bei einem Castor-Transport 
Sébastien Briat ums Leben gekommen war, hielten französische 
Atomkraftgegner eine Gedenkveranstaltung ab. Gegenüber des 
Gleisabschnitts, auf dem der Unfall geschah, wurde eine Gedenktafel 
angebracht, sowie Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. In Karlsruhe 
hatte es bereits am 7. November eine Mahnwache für Briat gegeben (ka-news 
berichtete).

Zuvor hatte es in der Nähe von Arras Rangeleien zwischen einer Gruppe von 
Anti-Atom-Aktivisten und der Polizei gegeben. An dieser Stelle war im 
vergangenen Jahr ein Zug auf einen mit Gasflaschen beladenen Lkw 
aufgefahren. "Durch die Wahl dieses Orts für unseren Protest wollen wir 
auf die Risiken aufmerksam machen, die der Transport des radioaktiven 
Abfalls mit sich bringt", so eine Sprecherin der Aktivisten in einer 
Presseerklärung.

Französische Lokführer hatten Warnstreiks angekündigt

Der Transportzug hatte nach dem Verlassen des Verladebahnhofs in Valognes 
um 17.26 Uhr am gestrigen Samstagabend mit hoher Geschwindigkeit 
Frankreich durchquert. Französische Atomkraftgener vermuten, dass der 
Zeitplan auf jeden Fall eingehalten werden musste, weil die französischen 
Lokführer Warnstreiks angekündigt hatten. Trotz der hohen Geschwindigkeit 
wurde kein Begleithubschrauber zur Absicherung der Bahnstrecke 
eingesetzt.

Weitere Informationen zum Castor-Transport gibt es bei der Pressestelle 
der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen unter Telefon 0160/99218152 
oder im Internet. (de)

Meldung vom Sonntag, 20. November 2005  © ka-news 2005