HR: Atommüll - Problemlos durch Hessen
HR, 21.11.05
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Der Castor-Atommülltransport passierte Hessen ohne Zwischenfälle. Das
Bild zeigt den Zug bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof im osthessischen
Hünfeld.
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Der Castor-Atommülltransport passierte Hessen ohne Zwischenfälle. Das
Bild zeigt den Zug bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof im osthessischen
Hünfeld. (Bild: dpa)
Am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr erreichte der Castor-Transport Hessen. Um
01.25 in den frühen Morgenstunden des Montags rollte der
Atommülltransport über die Landesgrenze in Richtung Zwischenlager
Gorleben. An mehreren Bahnhöfen demonstrierten Atomkraftgegner.
Der Bahntransport mit den zwölf Castorbehältern passierte Hessen ohne
Probleme, berichtete die Polizei am Montag. Es seien nur wenige
Vorkommnisse an der Strecke durch Hessen registriert worden.
Proteste in Fulda und Bebra
Acht Lokomotiven eingesetzt
Der Zug wurde von je zwei Lokomotiven gezogen und geschoben. Als Nachhut
schickt die Deutsche Bahn AG einen Zug mit vier Reservelokomotiven, falls
eine der Loks ausfallen sollte.
In mehreren Waggons vor und hinter den Castoren fahren Beamte der
Bundespolizei mit, um den Transport zu sichern.
Im Fuldaer Bahnhof kam es zu einer spontanen Demonstration von 15 AKW-
Gegnern. Die Aktion, zu der sich laut Polizei weitere Demonstranten
gesellten, verlief ohne besondere Vorkommnisse. Im Bahnhof Bebra
beteiligten sich sieben Personen an einer Mahnwache. Sie harrten aus, bis
der Zug den Bahnhof passiert hatte. Auch hier gab es keine Störungen.
20 Minuten Aufenthalt in Hünfeld
Im osthessischen Hünfeld machte der Castortransport für 20 Minuten
Station. Grund waren allerdings nicht Aktionen von Demonstranten sondern
der geplante Wechsel des Zugpersonals und der mitfahrenden
Bundespolizisten. "Der Bahnhof war stark abgesichert, da konnte nichts
passieren", erklärte ein Polizeisprecher.
Am Bahnhof Witzenhausen hatten sich seit Sonntagnachmittag 25
Castorgegner an einer Mahnwache beteiligt.
Ziel Gorleben
Castor-Behälter bei der Fahrt durch den Bahnhof Hünfeld.
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Castor-Behälter bei der Fahrt durch den Bahnhof Hünfeld. (Bild: dpa)
Der Castor-Transport kommt aus der französischen
Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Dort war der Zug am Samstag
gestartet. Im niedersächsischen Dannenberg werden die Behälter mit
Atommüll zur Weiterfahrt nach Gorleben auf Tieflader verladen. Spätestens
am Dienstagmorgen soll der Transport dort ankommen.
Polizei stellt 79 Traktoren sicher
Bei der Auflösung einer Traktorblockade bei Klein Gusborn in
Niedersachsen wurden nach Polizeiangaben 79 Traktoren sichergestellt und
auf einem Feld abgestellt worden. Zuvor seien mehrere Versuche
gescheitert, die Demonstranten zu einem freiwilligen Verlassen der von
ihnen blockierten Straßenkreuzung zu bewegen. Insgesamt seien mehr als
600 Menschen an der Protestaktion beteiligt gewesen. Die Atomkraftgegner
verstehen ihre Proteste nach eigenen Angaben auch als Signal an die neue
Bundesregierung für einen raschen Atomausstieg und damit für ein Ende der
Produktion neuen Atommülls.
Über 700 Tonnen radioaktives Material
Nach Angaben des französischen Atomunternehmens Cogema transportiert der
Atommüllzug 175 Tonnen hochradioaktive Spaltprodukte und 586 Tonnen Uran,
die in Glas eingeschmolzen sind. Die Polizei setzt in Deutschland allein
auf den letzten 70 Kilometern zwischen Lüneburg und Gorleben 10.000
Beamte ein, um den Transport zu sichern.
(roro / aba)