BietZ: Castor-Transport stand 92 Minuten
Bietigheimer Zeitung, 21.11.05
PROTEST / SITZBLOCKADE VON ZWÖLF ATOMGEGNER IN BIETIGHEIM-BISSINGEN
> Castor-Transport stand 92 Minuten
> Aktivisten zwischenzeitlich vorläufig festgenommen – Bahnverkehr
erheblich behindert
BIETIGHEIM-BISSINGEN. Genau eine Stunde und 32 Minuten wurde gestern
Abend der Castor-Transport auf dem erhöht gelegenen Bahndamm zwischen den
letzten Gebäuden des Wohngebiets Sand und der Kläranlage von Aktivisten
der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen aufgehalten.
Die Beamten der Bundespolizei mussten die Atomgegner von den Bahngleisen
tragen.
Die Beamten der Bundespolizei mussten die Atomgegner von den Bahngleisen
tragen.
Foto: Helmut Pangerl
Auf seiner Fahrt vom französischen La Hague nach Gorleben durchfuhr der
mit zwölf Castor-Behälter beladene Zug um 16.00 Uhr Bietigheim-Bissingen.
Elf Minuten später wurde er von zwölf Atomgegnern gestoppt. Die
Bahnstrecke wurde von mehreren, über Bietigheim-Bissingen kreisenden
Hubschraubern überwacht, so dass die Beamten der Bundespolizei – wie der
Bundesgrenzschutz seit 1. Juli offiziell bezeichnet wird – schnell und
koordiniert eingreifen konnten.
Die Anti-Atom-Aktivisten hatten sich auf die Gleise gesetzt und ein
Transparent ausgebreitet. Sie wurden von den Einsatzkräften von den
Gleisen entfernt und nachdem ihre Personalien festgestellt waren, wieder
auf freien Fuß gesetzt. Um 17.43 konnte der Castor-Transport seine Fahrt
fortsetzten. Während der Sitzblockade war der Bahnverkehr zwischen
Heilbronn und Stuttgart in Fahrtrichtung zur Landeshauptstadt erheblich
gestört, so dass Bahnreisende in Bussen umgeleitet wurden.
Kommentar und weitere Information über den Castor-Transport auf Seite 2.