LKZ: Atomkraftgegner stoppen Castor-Zug bei Bietigheim
Ludwigsburger Kreiszeitung, 21.12.05
> Atomkraftgegner stoppen Castor-Zug bei Bietigheim
> Zwölf Personen setzen sich auf Schienen und werden weggetragen
Bietigheim-Bissingen - (ad) Der mit hoch radioaktivem Atommüll beladene
CastorTransport ist auf dem Weg ins niedersächsische Zwischenlager
Gorleben am Sonntagnachmittag bei Bietigheim von zwölf Atomkraftgegnern
für 100 Minuten gestoppt worden.
Der mit vier Diesellokomotiven bespannte 650 Meter lange Zug mit zwölf
Atommüllbehältern hatte wenige Minuten zuvor den Bahnhof Bietigheim
verlassen. Hubschrauberbesatzungen der Bundespolizei stellten zwischen
Besigheim und Bietigheim Leuchtfeuer auf der Gleisstrecke fest. Der Zug
wurde angehalten. Zwölf Personen hatten sich auf die Schienen gesetzt.
Sie mussten von der Polizei weggetragen werden. Ein verdächtig
aussehender Kosmetikkoffer auf den Schienen wurde gesprengt. Im
Bahnverkehr kam es zu Störungen.
Der von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague kommende
Zug, der von einer Hundertschaft der Bundespolizei bewacht wurde, rollte
dann am Abend weiter in Richtung Niedersachsen. Allein dort stehen 10 000
Polizisten zu seiner Sicherung bereit. Entlang der Strecke war es bis
gestern zu kleineren Demonstrationen gekommen.
Der Zug hatte nach problemloser Fahrt durch Frankreich am Sonntagmittag
die deutschfranzösische Grenze bei Lauterburg passiert. Im Bietigheimer
Bahnhof hatte er einen Stopp eingelegt. Nach Angaben der Polizei ist es
der 49. Atommüllzug, der Deutschland seit Wiederaufnahme der Transporte
im März 2001 durchquert. S. 3/Kommentar S. 3