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KA-News: Wiederaufbereitungsanlage - Castoren sollen eineinhalb Jahre lagern



KA-News, 29.09.05

> Wiederaufbereitungsanlage
> Castoren sollen eineinhalb Jahre lagern

Im kommenden Jahr beginnt bei der WAK der Testlauf (Foto: pr)
Karlsruhe - Anfang des kommenden Jahres soll in der stillgelegten 
Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) mit dem Testlauf zur späteren 
Verglasung dort gelagerter und hoch radioaktiver Abfälle begonnen werden. 
Für die Dauer sollen die Castoren vor Ort gelagert werden.

Einer dpa-Meldung zufolge teilte dies ein Sprecher des Forschungszentrums 
Karlsruhe am Mittwoch mit. Er bestätigte demnach einen Bericht des 
Südwestrundfunks, wonach die Anlage von Genehmigungsbehörden grünes Licht 
zur Einrichtung eines so genannten Transport-Bereitstellungsplatzes für 
sechs Castor-Sicherheitsbehälter bekommen hat.

Transport der Behälter im Jahr 2008

So soll die verglaste "Atomsuppe" bis zu ihrem Abtransport in ein 
atomares Zwischenlager in Gorleben oder Ludmin bei Greifswald in 
Castorbehältern gelagert werden. Der Bereitstellungsplatz soll mit einer 
Beton-Ummantelung versehen sein.

Wie ein Sprecher des Stuttgarter Umweltministeriums der dpa mitteilte 
handelt es sich dabei um kein Zwischenlager im atomrechtlichen Sinne. Die 
eineinhalb Jahre lange Lagerung der Behälter vermeide unnötige 
Bahntransporte. Nach dem Abschluss der Verglasungsaktion würden die 
Castoren zu einem einzigen Transport zusammengefasst. "Das sei sicherer 
und auch kostengünstiger", zitiert ihn dpa. Es sei davon auszugehen, dass 
der atomare Abfall bis 2008 vom Gelände der WAK verschwunden sei.

Abrisskosten haben sich nahezu verdoppelt auf 1,9 Mrd. Euro

Nach Angaben der dpa seien die 70.000 Liter "Atomsuppe", die zur Zeit in 
Hochsicherheitsbunkern lagern, eine Altlast aus 20 Jahren 
Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente aus deutschen 
Atomkraftwerken. Um ein Überhitzen zu vermeiden, muss sie ständig gerührt 
werden. Ursprünglich war die WAK als Pilotanlage geplant. Ihr sollte eine 
kommerzielle Großanlage in Wackersdorf in Bayern folgen. Diese wurde aber 
nie realisiert.

Wie die dpa weiter berichtet, haben sich aufgrund verschärfter 
Sicherheitsanforderungen die Abrisskosten der WAK auf etwa 1,9 Milliarden 
Euro nahezu verdoppelt. Da die Energieversorger keine Nachschusspflicht 
haben, müssen nach Angaben der Betreiber gegenüber dpa jetzt der Bund als 
über 90-prozentiger Hauptfinanzier und das Land Baden-Württemberg die 
Finanzierung der Mehrkosten regeln. Der bislang bereitgestellt Betrag sei 
bis zum Spätherbst aufgebraucht. (tck)