ddp: Umweltschützer rechnen ab 6. November mit neuem Castortransport
DDP, 23.09.05
> Umweltschützer rechnen ab 6. November mit neuem Castortransport
Lüchow (ddp-nrd). Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg
(BI) rechnet ab 6. November mit einem erneuten Atommülltransport ins
Zwischenlager Gorleben. Es sei davon auszugehen, dass dann zwölf
Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll aus der französischen
Plutoniumfabrik La Hague Richtung Wendland rollen werden, sagte BI-
Sprecher Francis Althoff am Freitag in Lüchow.
Die BI stützt ihre Vermutung auch darauf, dass derzeit im Raum Dannenberg
bei der Polizei Passierscheine für den 7. und 8. November beantragt
werden können. Dies deute darauf hin, dass entlang der letzten 70
Kilometer der Transportstrecke zwischen Lüneburg und Gorleben wieder ein
weiträumiges Versammlungsverbot verhängt werden soll, hieß es. Klagen
gegen diese Allgemeinverfügungen und für die Einhaltung des Grundrechts
auf Demonstrationsfreiheit sind nach BI-Angaben noch aus früheren Jahren
unter anderem vor dem Bundesverfassungsgericht anhängig.
Obwohl bekannt sei, dass das geplante Endlager radioaktive Stoffe nicht
vor dem Eintritt in die Biosphäre abhalten könne, werde Gorleben
weiterhin mit Atommülltransporten in die oberirdische Zwischenlagerhalle
«als entgültiges Atommüllklo immer wahrscheinlicher gemacht», betonte
Althoff. Die Stimmung bei den Atomkraftgegnern sei zusätzlich dadurch
aufgeheizt, weil das Bundesumweltministerium kürzlich in einem Brief an
den Landkreis Lüchow-Dannenberg bestätigte habe, dass das Deckgebirge
über dem Gorlebener Salzstock keine Funktion einer Schutzbarriere
erfülle.
(ddp)