Atom-Zug rollt nach La Hague
Mannheimer Morgen, 06.12.01
> Atom-Zug rollt nach La Hague
> Transport ohne größere Störungen / Demonstrationen
Wörth. Ein Zug mit Atommüll aus Kraftwerken in Norddeutschland und Baden-
Württemberg ist gestern ohne größere Störungen zur französischen
Wiederaufbereitungsanlage La Hague gerollt. Am Abend überquerte der mit
acht Atommüll-Behältern beladene Transport die deutsch-französische
Grenze bei Lauterbourg. Proteste von Atomkraftgegnern in Köln und Wörth
hatten die Fahrt laut Polizei nicht beeinträchtigt. Der Zug, der am
Dienstagabend in Norddeutschland gestartet war, soll heute in La Hague
eintreffen.
Vor dem Grenzübertritt war im etwa zwölf Kilometer entfernten Wörth ein
Zug mit Abfällen aus den Kraftwerken Stade (Niedersachsen), Brunsbüttel
(Schleswig-Holstein) und Mülheim-Kärlich (Rheinland-Pfalz) mit einem
Container aus dem Kraftwerk im badischen Philippsburg zusammengekoppelt
worden. Die Polizei hinderte etwa 15 Demonstranten daran, auf die Gleise
zu laufen. In Rheinland-Pfalz waren etwa 1000 Beamte von Polizei und
Bundesgrenzschutz eingesetzt.
Die Demonstranten in Wörth waren mit Eimern und Schrubbern gekommen,
einige trugen Strahlenschutzanzüge und ein Transparent mit der Aufschrift
"Castor-Skandal und kein Ende". Nach ihrer Darstellung war einer der aus
Stade kommenden Behälter Mitte November beim Beladen verstrahlt worden.
Der Vorfall sei ein Beweis dafür, dass Kraftwerksbetreiber die
Verunreinigungen nicht in den Griff bekämen. Gestern Mittag hatte die
Polizei in Köln eine Blockade von etwa 15 Atomkraftgegnern beendet. Die
Situation sei aber ruhig und friedlich geblieben, sagte eine BGS-
Sprecherin. lrs