dpa: Polizei rechnet nicht mit Störaktionen
DPA, 05.12.2001, 13:54 Uhr
> Atommüll
> Polizei rechnet nicht mit Störaktionen
> Transport rollt ohne Zwischenfälle durch Norddeutschland
Karlsruhe/Wörth - Die Polizei rechnet bei dem neuen Atommüll-Transport
durch Baden-Württemberg am Mittwochnachmittag nicht mit größeren
Störungen. Bislang gebe es "keine Anzeichen", dass die Fahrt der
beiden Züge durch Atomkraftgegner behindert werde, teilte die
Landespolizeidirektion Karlsruhe mit. Gegen Nachmittag wurde ein Zug
mit abgebrannten Brennelementen aus den Atomkraftwerken Stade
(Niedersachsen), Brunsbüttel (Schleswig-Holstein), und Mülheim-
Kärlich (Rheinland-Pfalz) an der nördlichen Landesgrenze bei Mannheim
erwartet.
Der Atommüll aus Stade und Brunsbüttel ist seit der vergangenen Nacht
unterwegs. Er rollte bislang ohne Zwischenfälle durch Niedersachsen
und Nordrhein-Westfalen. Im Lauf des Tages sollen auch zwei Behälter
aus Mülheim-Kärlich angehängt werden. Der Zug mit den sieben Atommüll-
Containern soll am späten Nachmittag im südpfälzischen Wörth
eintreffen.
Dort soll ein achter Behälter aus dem baden-württembergischen
Atomkraftwerk Philippsburg (Kreis Karlsruhe) angehängt werden. Die
Polizei geht davon aus, dass dieser Behälter mit einem Sonderzug
ebenfalls am Nachmittag nach Wörth gebracht wird. Ziel des Transports
ist die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.
Die Atomkraftgegner wollen am Bahnhof Wörth symbolisch die Gleise
putzen, um auf die Gefahr der Verstrahlung aufmerksam zu machen. Mitte
November war ein Atommüll-Behälter im Atomkraftwerk Stade beim Beladen
radioaktiv verstrahlt worden. Nach Angaben des niedersächsischen
Umweltministeriums waren statt vier Becquerel pro Quadratzentimeter
Werte zwischen 3000 und 7000 gemessen worden. Der Behälter wurde
anschließend gereinigt.
dpa/lsw