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RPf.: Atommüll-Transport rollt fast ungestört weiter



Rheinpfalz, 13.10.01

> Atommüll-Transport rollt fast ungestört weiter 

WÖRTH: Zwei Sitzblockaden auf den Gleisen vor Herannahen des Zuges wieder 
aufgelöst - Polizei setzt 2100 Beamte ein 

Nur von einigen kleineren Protestaktionen begleitet fuhr gestern der 
Atommülltransport nach Gorleben durch Berg, Hagenbach, Maximiliansau und 
Wörth. Der Zug verließ laut Polizei um 18.02 Uhr den Wörther Bahnhof, um 
18.05 Uhr überquerte er den Rhein. 

In Wörth war der Zug mit sechs Castor-Behältern um 14.31 Uhr 
eingetroffen. Zwischen der deutsch-französischen Grenze bei Lauterbourg 
und Wörth gelang es zwei jeweils 25 bis 30 Menschen starken Gruppen von 
Demonstranten, sich kurzzeitig auf die Gleise zu setzen: einmal bei 
Hagenbach und einmal bei Maximiliansau. Die Sitzblockaden wurden von den 
Demonstranten aber nach entsprechenden Aufforderungen der Polizei 
weitgehend freiwillig wieder aufgelöst. Insgesamt wurden 26 
Atomkraftgegner vorübergehend in Gewahrsam genommen. Sie kamen wieder auf 
freien Fuß, nachdem der Transport Rheinland-Pfalz verlassen hatte. 
Insgesamt setzten Landespolizei und Bundesgrenzschutz 2100 Beamte ein. 
Die Sprecherin der südwestdeutschen Anti-Atomkraftinitiativen, Heidi 
Lindstedt, bezifferte die Zahl der Atomkraftgegner an der Strecke auf 200 
bis 300.


Ebenfalls ohne Probleme durchquerte der Transport anschließend die Stadt 
Karlsruhe in Richtung Heilbronn. Insgesamt 20 Menschen wurden nach 
Angaben eines Polizeisprechers in Gewahrsam genommen, davon neun im 
Bereich des Bahnhofs Durlach.
Entlang der Bahnlinie zwischen Lauterbourg und Rheinbrücke baute gestern 
die Polizei ihre Präsenz schnell und gezielt auf - ein massives Auftreten 
wie bei den ersten Transporten war nur noch kurzzeitig spürbar. Erst 
gegen Mittag häufte sich die Zahl der Einsatzfahrzeuge, um kurz vor der 
Durchfahrt des Transports ihren Höhepunkt zu erreichen: Dann waren auch 
Straßen in Richtung Bahnlinie für kurze Zeit gesperrt. An einigen 
Punkten, beispielsweise beim Ortsausgang von Hagenbach Richtung Neuburg, 
wurden Autos und ihre Insassen kontrolliert. Gleich nach der Durchfahrt 
des Zugs rückten die Polizeikräfte ab, größtenteils wohl in Richtung 
Bahnhof Wörth. 
Auf dem Wörther Bahnhof stand der Zug fast vier Stunden: zunächst zum 
Ankoppeln einer neuen Lok und zum Umkoppeln der Wagen, und dann, um sich 
zum passenden Zeitpunkt in den Fahrplan einzureihen. Künftig sollen jedes 
Jahr zwölf Castoren von La Hague nach Gorleben gebracht werden. (lap)