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Hn-St.: "Kontrollen bei GKN verstärken"



Heilbronner Stimme, 13.11.01

> "Kontrollen bei GKN verstärken"
> Umweltminister Müller

Von Joachim Kinzinger

Verstärkte Kontrollen in den Kernkraftwerken hat Landesumweltminister 
Ulrich Müller angekündigt, besonders beim Wiederanfahren nach der 
Revision. Dies ist die Konsequenz der Sicherheitspannen. 

Drei Staatsanwaltschaften ermitteln wegen der Sicherheitsverstöße in 
Philippsburg, Neckarwestheim und Obrigheim gegen die Betreiber wegen des 
unerlaubten Betreibens einer kerntechnischen Anlage. Beim Gespräch mit 
der Heilbronner Stimme  bezeichnet es der CDU-Minister als "normalen 
Tatbestand", dass die Justiz bei möglichen Straftaten ermittelt. Aus 
politischer Sicht enthält er sich einer Bewertung. 

"Wir konzentrieren uns auf andere Fragen", erklärt der CDU-Politiker, 
damit es nicht mehr zu solchen Vorfällen komme. In den Kernkraftwerken 
waren die Flutbehälter für die Notkühlung der Reaktoren nicht 
vorschriftsmäßig gefüllt. Die Kontrollpraxis soll geändert werden. "Das 
Thema Zuverlässigkeit bezieht sich auf die handelnden Personen ", betont 
Ulrich Müller. Vor Ort werde das Verhalten der Betriebsmannschaft mit dem 
Betriebshandbuch überprüft, vor allem beim Wiederanfahren des Reaktors 
nach der Revision. 

Also in allen drei Atomstandorten des Landes.

Müller stuft die Sicherheitsverstöße in Philippsburg als qualitativ 
gravierender ein als die Pannen bei GKN in Neckarwestheim und bei KWO
in Obrigheim. Beispielsweise verfüge Obrigheim noch über eine
Sprühmittelreserve. Seit zwei Monaten stehen drei beladene Excellox-Behälter mit Atommüll
auf dem GKN-Gelände. Die abreisefertigen Container sind für die
Wiederaufarbeitungsanlage im britischen Sellafield bestimmt. Nach dem Terrorangriff auf die USA hatte das Land Mitte September den Abtransport auf unbestimmte Zeit verschoben, weil die Polizei jetzt andere Sicherheits- und Kontrollaufgaben habe. Ein neuer Termin hängt laut Müller neben den polizeilichen Voraussetzungen auch von der "Drucksituation des Kraftwerks" in Neckarwestheim ab. Das heißt: Bei Kapazitätsproblemen müsse die Entsorgung gewährleistet werden. Dann werde der Shuttle-Transport auch polizeilich notwendig. 13.11.2001