HN-St.: Das Ritual
Heilbronner Stimme, 07.11.01
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> Atomlager
Von Joachim Rüeck
4122 Einwendungen gegen das Interimslager am Neckarwestheimer
Kernkraftwerk vor einem Jahr. Nun 3488 Unterschriften gegen das
Zwischenlager mit einer mehrfachen Anzahl von Castor-Stellplätzen.
Und nicht einmal 40 Einwender bei der Erörterung. Die Atomlager-Gegner
scheinen zu resignieren.
Die meisten glauben angesichts der klaren Linie der Bundesregierung in
Sachen Atommüll nicht mehr daran, etwas ausrichten zu können.
Für viele ist die Erörterung ein "Scheinverfahren". Halten sich doch die
Erfolge der Einwender bislang in engen Grenzen: Eine Verringerung von
Laufzeit und Castor-Stellplätzen, die Kraftwerksbetreiber bei bisherigen
Verfahren hinnahmen, hätte das BfS ohnehin durchgedrückt.
Das gibt man im Ministerium offen zu.
Die Erörterung ist ein Ritual - aber immerhin eins, das Gegnern eine
Plattform bietet, auf der sie ihre Kritik vorbringen können. Und eines,
das das Aussehen der Genehmigung beeinflussen kann.
Die Frage aber, wie das BfS prinzipiell über den Atomlager-Antrag des GKN
entscheiden wird, ist so spannend wie einst der Ausgang der Wahlen in der
DDR.