HN-St.: Barsche Töne vor Erörterung
Heilbronner Stimme, 03.11.01
> Barsche Töne vor Erörterung
> Zwischenlager Neckarwestheim
Im Vorfeld des Atomlager-Erörterungstermins in Heilbronn schlug das
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) barsche Töne gegenüber dem
Neckarwestheimer Bürgermeister Mario Dürr an.
Die Behörde wirft ihm "ein zweifelhaftes Rechtsverständnis" vor. Aus
Protest gegen die Pflicht zur Standort-Zwischenlagerung von Atommüll
hatte der Schultes dem BfS die Reblandhalle in Neckarwestheim für den
Erörterungstermin nicht zur Verfügung gestellt.
Das BfS rüffelte Dürr via Pressemitteilung: "Selbstverständlich steht es
ihm als Repräsentanten einer AKW-Standort-Gemeinde frei, zur
Energiepolitik eine andere politische Meinung als die Bundesregierung zu
vertreten - dennoch kann man von ihm als Verwaltungschef verlangen, dass
er die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Kenntnis nimmt."
Der Erörterungstermin zum Bauantrag für ein atomares Zwischenlager auf
dem Gelände des Gemeinschaftskernkraftwerks Neckar (GKN) wird nun ab
Dienstag, 6. November, 10 Uhr, in der Stauwehrhalle in Heilbronn-Horkheim
stattfinden.
Dort haben alle Einwender das Recht, ihre Argumente gegen das geplante
Vorhaben vorzubringen.
Diese werden in einem Wortprotokoll festgehalten und mit den
Antragsunterlagen sowie Stellungnahmen geprüft. Dem BfS liegen knapp 3500
Einwendungen gegen das Atomlager vor.
Der vorhergehende Erörterungstermin des BfS zum Zwischenlager in Günzburg
hatte sieben Tage gedauert. Etwa 700 Einwender waren nach Angaben der
Behörde gekommen.
(jr)
03.11.2001