RPf: Kommentar: Nächtliche Castoren und gruselige Kinder
Rheinpfalz, 03.11.01
> Kommentar: Nächtliche Castoren und gruselige Kinder
Drohgebärden Ein Castor-Transport der "besonderen Art" rollte diese Woche
über Wörth und Lauterbourg: Die Polizei gab ihn gar nicht mehr bekannt,
auch die sonst übliche Einrichtung eines Bürgertelefons unterblieb. Es
war der Presse vorbehalten, die Öffentlichkeit vorab zu informieren. Auch
die Atomkraftgegner schlugen eine neue Taktik ein. Statt vor Ort gegen
den Castor zu protestieren, passierte - abgesehen von einer "Mahnwache"
in Hagenbach, die diesen Namen mangels Teilnehmer nicht verdiente -
nichts. Dafür wurde am Vormittag zu einer Pressekonferenz eingeladen, die
den für den 12./13. November geplanten Rücktransport deutschen Atommülls
aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins Endlager
Gorleben betraf. An diesem Tag soll es in der Südpfalz "rund gehen",
angefangen mit einem "Schienenspaziergang mit Schraubenschlüsseln" bis
hin zu ... Mehr oder minder unverblümt wurden Aktionen avisiert, die kaum
gewaltfrei ablaufen dürften, mit friedlichem Protest allein nichts zu tun
haben. Ob die Ankündigung erst zu nehmen ist oder eher die Medien
(wieder) vor Ort locken und Polizei sowie Bundesgrenzschutz verunsichern
soll, ist noch nicht abzusehen. Schon jetzt ist aber klar: Die
"Ordnungsmacht" wird massiver auftreten (müssen), als sie das bei den
letzten Transporten tat, auch tun konnte. Der nächtliche Castor in gut
einer Woche wird es in sich haben ...