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RPf: "Schienenbesichtigung mit Schraubenschlüssel"



Rheinpfalz, 31.10.01

> "Schienenbesichtigung mit Schraubenschlüssel" 
> WÖRTH: Castor-Gegner kündigen Proteste an

Ohne Störungen rollte gestern der Atommülltransport mit zwei Waggons mit 
abgebrannten Brennelementen von Bremerhaven nach Sellafield durch die 
Südpfalz. Für den 10. bis 12. November kündigten hingegen Atomkraftgegner 
heftige Protestaktionen mit einigen hundert Beteiligten an. 

Sie erwarten, dass in der Nacht von Montag, 12. November, auf Dienstag, 
13. November, ein Rücktransport von Atommüll aus der 
Wiederaufarbeitungsanlage La Hague bei Lauterbourg die Grenze überquert.


Beginnen sollen die Protestaktionen am Samstag, 10. November, 13 Uhr, mit 
einer Demonstration in Karlsruhe, kündigte Heidi Lindstedt gestern bei 
einer Pressekonferenz in Hagenbach an. Lindstedt ist Sprecherin der 
südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen, eines lockeren Bündnisses von 
Gruppen unter anderem aus Saarbrücken, Trier, Freiburg und Karlsruhe. In 
Karlsruhe wollen die Atomkraftgegner zur Energie Baden-Württemberg (EnBW) 
ziehen, die unter anderem für das Kernkraftwerk Philippsburg 
verantwortlich ist. Anschließend sei eine Dauermahnwache bei Wörth 
geplant. Am Sonntag, 11. November, 14 Uhr, soll beim Stadtbahn-Haltepunkt 
Maximiliansau-West ein Gleisspaziergang beginnen. Die 
"Schienenbesichtigung" - "mit Schraubenschlüssel" - stehe unter dem Motto 
"Strecke checken", sagte Lindstedt. Es solle festgestellt werden, "ob die 
Strecke sicher ist". Für Montag, 12. November, seien unter dem Stichwort 
"Castor einlagern" Aktionen geplant, deren Ziel es 
sei, den Transport zu stoppen. Dabei wird mit der Unterstützung durch 
französische Atomkraftgegner gerechnet. - Neben dem letzten 
Streckenabschnitt kurz vor Gorleben werde im Raum Lauterbourg/Hagenbach 
der Schwerpunkt der bundesweiten Protestaktionen sein, so Lindstedt. 
Entlang der Bahnstrecke sollen Flugblätter verteilt werden, auf denen 
neben einem großen schwarzen X ein Regenschirm abgebildet ist. Darauf 
steht: "Wir lassen unsre Gäste nicht im Regen stehen." Wer dieses Plakat 
im Fenster oder am Haus befestige oder einen Schirm ans Tor stelle, 
signalisiere damit, dass er bereit sei, Demonstranten zu helfen.
Der Transport gestern erreichte gegen 16.40 Uhr Wörth. Dort stand er fast 
zwei Stunden, weil Frankreich den Zug erst ab 19 Uhr entgegen nimmt. 600 
Polizisten bewachten den Transport in der Südpfalz. (lap)